2Lestl7etifrlJe vortragen. 279 Charakter der ihnen mehr oder weniger das Gepräge eines organischen, durch innere Gesetze gewordenen Gebildes ausdrückt. Wir dagegen, die wir nicht fühlen was wir sollen, müssen wissen was wir wollen. III. Was in erster Linie das unsichere Umhertasten Unserer Kunstbestrebungen verursacht, ist das Siechthum der Baukunst,. dieser Mutter aller Künste. Die eigent: liche Funktion des Geistes, die Bewältigung der Materie, wird von der Kunst versinnlicht, und nan1ent: lich von der Baukunst symbolisch dargestellt, welche man nicht ohne Intuition eine ,,gesrorene MusikU ge; nannt hat; denn wie die Musik die Begrenzung der Zeit durch den Raum ästhetisch fühlbar macht, so bringt die Architektur die Begrenzung des Raums durch die Zeit zur Anschauung. Diese allgemeinste und .abstrakteste der bildenden Künste zeigt das Gleich: gewicht der Theile, die Harmonie der Verhältnisse dieses Grundgesetz aller Kunst ss in unmittelbarster Klarheit. Wo daher die Baukunst im Argen liegt, tappt der Geschmack im Finstern. Aber die Baukunst ist nicht nur das theoretische Prinzip, sie ist auch die praktische Grundlage der plasti: schen Künste, indem sie denselben die Wohnung be: reitet. Sobald sich die Baukunst aus der Qeffentlichs