276 Die Kunst im Gewerbe. Detail kopirenI Aber da ist nirgends ein Ganzes: keine Modellsammlung von Baudenkmälern verschiedener Style, keine Möbel, keine Geräthe, keine Gefäße nichts als Stiickwerk. Wie soll da der Schüler seinen künstlerischen Geschmack übenP Nur durch vieles Sehen, durch anhaltendes und wiederholtes Vergleichen kann sich das ästhetische Urtheil bilden und von der Macht des augenblicklichen oberflächlichen Eindrucks befreien, welcher ihm oft äußerlichen Glanz und leere Pracht als wahre Schönheit erscheinen läßt. CSeitdem diese Zeilen zum erstenmale veröffentlicht wurden, ist im kunstgewerblichen Unterricht eine namhafte Besserung eingetreten. Trotzdem mag die Stelle in ihrer alten Fassung stehen bleiben, als Beweis wie ich schon vor Jahren auf die Uebelstände aufmerksam machte, deren ökonomische Folgen jetzt so unliebsam zu Tage treten. Ueberdieß ist jener Mahnruf auch heute noch nicht überflüssig; denn wenn er auch nicht ganz vergeblich war, so bleibt, namentlich in Deutschland, noch vieles zu thun iibrig.J Und die gewerbliche Kunst hat auch ihre huma: nistische Seite. Einmal leistet sie der eigentlichen Kunst, mit der sie steigt und fällt, einen bedeutenden Vorschub. Ihre Produkte bilden gleichsam die Wurzeln