Krankheit des Vaters. 33 Es ist möglich, daß Leo bereits im December 1515 als er ihn, wie Vasari erzählt, nach Florenz kommen ließ, wegen der Fac;ade von Sau Lorenzo seinen Rath verlangte. Sichres haben wir nicht darüber. Ein Brief Michelangelols vom November dieses Jahres erwähnt die baldige Abreise des Pap: stes und daß man in Rom sage, er ginge nach Florenz. Von dieser Zeit bis zum November des nächsten Jahres fehlen alle schriftlichen Mittheilungen. Im Spätherbste 1516 befand sich Michelangelo in Cur: rara, wo unter seiner Leitung Marmor für das Grabdenkmal Giulio7s gebrochen wurde, als ihn dort zwei Nachrichten zu gleicher Zeit trafen: die von der Krankheit seines Vaters und die Berufung zum Papste. ,,Buonarroto,t schreibt er am 23. November seinem Bruder, ,,ich habe aus deinem legten Schreiben ersehen, daß der Vater todkrank gewesen ist und daß der Arzt ihn jeYt, falls keine böse Zwischenfälle eintreten, außer Gefahr erklärt hat. Ich komme deshalb nun nicht nach Flo: renz, ich stecke zu tief in der Arbeit, wenn sich aber sein Zu: stand verschlimmern sollte, so will ich ihn auf alle Fälle vor seinem Hinscheiden noch gesehen haben und wenn ich selber mit ihm sterben müßte. Doch hoffe ich es geht gut und komme deshalb nicht. Sollte aber, wovor Gott ihn und uns be: wahren möge, ein Riickfall eintreten, so sorge dafür, daß ihm die letzten Tröstungen und das Sacrament gereicht werden, und laß dir von ihm sagen, ob es sein Wunsch ist, daß von uns etwas für das Heil seiner Seele geschehe. Sorge auch dafür, daß ihm zu seiner Pflege nichts mangele, denn ich habe mich für ihn allein abgemiiht, um ihm bis zu seinem Tode ein sorgenfreies Leben zu schaffen. Auch deine Frau muß sich 3