Weimar, f17. MärzJ 1853. i1n St. Anbei erhalten Sie die Kopie Ihres Portraits, vom kleinen Friedrich VI gezeichnet, von mir noch iibergangen und vollendet. Möchten sich die lieben Ihrigen das Fehlende daran ersetzen können und den schwachen Versuch als guten Willen betrachten. Ueber Portraitieren habe ich die Ansicht: Es kann jedem Künstler glücken, ein völlig genügendes Portrait zu liefern, öfter aber ihm das Gegentheil passieren, nicht, weil er vielleicht nnges schickt, sondern, weil er nur das hinein legt, was er selbst darin entdeckt. Ein jeder aber sieht im Menschen Anderes, ja oft sich selbst, am wenigsten und seltensten das, was die nächsten Auges hörigen darin sehen und lieben. In dieser Weise ist auch diese Zeichnung entstanden. Ich habe das mir liebe und angenehme aus dem Gesichtchen herausgezeichnet und notiert, vielleicht aber gerade das verfehlt, was der geliebten Mama darin das Wertheste ist. Mögen Sie, liebe Freundin, es übernehmen, mich zu ents schuldigen. Damit Sie aber hier mit fortleben, muß ich Ihnen doch schreiben, wie ich es treibe und was ich für Pläne habe. Als Gegenstück des Tiroler Bildes komponiere ich jetzt einen Sees sturm mit großen Klippen, an denen das mächtige Element sich erprobt. Ich denke, dabei meiner jetzigen Stimmung den Zügel schießen zu lassen und hoffe, so soll es Frische nnd Leben erhalten. Des Menschen Werk geht dabei unter; am Felsen liegen die Trümmer eines Schiffes, über welche die See hinstäubt. Diisterer Schmerz muß den ganzen Gedanken durchziehen, wie die große 1. Sept. 1838, gest. 21. Ost. zu Dresden. V Der jüngste Sohn, geb. fefsor an der Kgl. Kunftakademie Witting, Aus Wiesen PrelIets. 1901 1 als Pros