Nro. 772s s774. er neuerdings aus England Ein:. gang gefunden hat. 772. Rundklopsen, Abpressen, Bcschneiden. Nach dem Heften wird der Rücken geleimt, mit dem Hammer rundgeklopft und zwischen zwei Brettern ab g e: preßt, d. h. es wird von dem Rücken an jeder Seite eine schmale Kante oder Falz gegen die miteingepreßten Bretter herum: geklopft und dadurch der zum An: setzen der Deckel nötige Raum ge: schaffen is. Fig. 42 u. 43J. Zum V e: schneiden der Ränder muß das Buch ebenfalls eingepreßt werden, nnd zwar wird der Vorderschnitts vor, Ober: und Unterschnitt nachE dem Rundklopfen beschnitten. Dazu dient der Buchbinderhobel, dessen Messer, seitwärts eindringend, Lage für Lage behobelt, oder die Be: schneidemaschine. Die ältesten er: haltenen Bücher sind dem Anschein Nach an den Schnitten nicht be: hobelt, sondern nur glatt geschabt, und haben geraden, nicht gerunde: ten Rücken. 773. Schnittverzierung. Der Schnitt kann auf verschiedene Weise verziert werden. Die einfachfte, sehr haltbare und zugleich die älteste Art ist der einfarbige Schnitt. Die Jnknnabeln haben meist gelben oder dunkelgrünen, auch roten Schnitt; der leHtere war im 18. Jahrhundert außerordentlich beliebt. Neuerdings ist der ein: ,farbige Schnitt wieder aufgenom: men worden. Das 16. Jahrhundert bringt mit der Goldpressung auf den Deckeln auch den Gold: schnitt. Der Buchkörper wird, wie auch für den einfarbigen Schnitt, eingepreßt, der Schnitt mitder Ziehklinge sorgfältig glatt geschabt, mit Kleister eingerieben, mit gelbem Bolus und Giweis3 grundiert, darauf Blattgold ausge; legt und mit dem Glättzahn aus Achat poliert. Zur weiteren Ver: zierung CCiselieren genanntJ kann man mit dem Punzen in den Goldgrund Muster einschlagen, auch einzelne Stellen, an denen man den Goldgrund ausschabt, mit dem Pinsel bemalen. Jm 18. Jahrhundert kommt der Sprenkel: und der Marmorschuitt auf. Für den Sprenkelschnitt wird die Farbe aus der Farbbürste durch ein Gitter auf die Schnitt: fläche gesprengt, auf der einzelne Stellen vorher durch Sand, Kleie oder Körner gedeckt worden waren, so daß ein geflecktes Muster ent: steht. Den Marmorschnittstellt man her, indem man mehrere Far: ben nacheinander, neben: und in: einander auf den aus Caragheen: Moos oder Tragantgummi bereite: ten Marmoriergrund aufsprit5t. Die auffalleuden Farbentropfeu schwim: men auf der Oberfläche dieser schleimigen Flüssigkeit und werden durch Hinzuthun von Ochsengalle anseinandergetrieben. Jn das far: bige Muster, das sich so auf dem Marmoriergrund bildet, wird das Buch mit dem Schnitt aufgeseht und das Muster abgehoben. Der Marmoriermuster giebt es viele, z. B. türkischen, Angen:, Kamm:, Pfauen:, französischen Marmor, je nachdem die aufgespritzten Farben mit einem Stäbchen oder dem Mar: morierkamm durcheinandergezogen werden. Eine andere, einfache und gefällige Art ist der Kleister: schnitt. Dazu wird auf den Schnitt gefärbter Kleister aufge: tragen und in den noch feuchten Auftrag mit einem Stäbchen ein Muster eingezeichnet. 774. Kapital. Zur Verzierung des oberen und unteren Nitckenendes dient das Kapital oder Kapital: chen, ein Streifen Leder, Perga: ment oder Schnur, der mit einem oder zwei verschiedenfarbigen Garn: