jedoch zu weit führen, sich hier in Spekulationen über den möglichen Sinn der Skizze einzulassen. Was die Details der Fig. 122 anlangt, so sind diese nicht einmal über jeden Zweifel hinsichtlich dessen, was sie vorstellen sollen, erhaben. Die Frauengestalt links hält wohl einen Feuerbrand in den Händen und ist im Begriff, ihn auf die drei Steine am Boden vor ihr zu legen, wie es bei den Eingebornen Sitte ist, um Wasser zu kochen oder Fleisch zu rösten. Nicht recht ersichtlich ist dagegen, weshalb die Länge der Arme bei den beiden männlichen Figuren so stark übertrieben ist. Denkbar wäre, daß ein Zusammenhang der letzteren mit der weiblichen Person aus- gedrückt werden sollÄ) Auch die Bedeutung der 5, den erwähnten Steinen gleichenden Gegenstände ist unklar. Besondere Beachtung an der Gruppe verdienen die kleinen Kinder; man Endet sie äußerst selten allein abgebildet, bisweilen aber mit ihren Müttern, wie denn überhaupt Paare in den ver- schiedensten, zum Teil selbst gewagten Situationen ich denke an einen Mann auf den Schultern eines andern in einer Höhle am Bockspruit unter den Buschmannmalereien keine Rarität bilden. An derselben Stelle und außerdem auf der Farm Woodslands (Maclear), sah ich eine Abbildung, illustrierend das cprlörnn ptyivacz. Das seltene Vorkommen derartiger Szenen ist eigentlich auffällig, da bei einigen Tänzen der Buschmänner der coram publico ausgeführte coitus zu den notwendigen Zeremonien gehörte. Unangenehm in die Augen fallend in Fig. I22 ist die schlechte Ausführung der Details, besonders die Gleichgültigkeit, mit der die anatomischen Ver- hältnisse der männlichen Gestalten behandelt sind, während hingegen der Reichtum der Bewegungen bei allen Personen, selbst bei den Kindern, dem Bilde einen ganz besonderen Reiz verleiht. Noch viel mehr als bei Fig. 122 gewinnt man beim Studium einer gewissen Kategorie von Buschmannmalereien, welche sich durch das Auf- treten von eigenartigen Linien auszeichnet, den Eindruck, daß der Zeichner eine Begebenheit und zwar ein Nacheinander hat veranschaulichen wollen. Bilder der Art sind ausnehmend selten in der Literatur wird ihrer nur einmal Erwähnung getan ich will daher die vier von mir selbst auf- gefundenen hier kurz beschreiben. I) Auf der Farm Belloch nahe der Basutolandgrenze in einer ganz kleinen dunklen Höhle. Das Gemälde gibt einen Leoparden wieder, welcher IO Eingeborne in voller Flucht vor sich hertreibt, einer der letztern trägt statt eines Menschenkopfes den eines Rehbocks. Von jeder der mensch- lichen Figuren gehen lange, nach links oben gebogene Linien aus und führen zu andern Figuren, die eine zusammengekauerte Stellung einnehmen, die Beine an den Leib gezogen; von diesen Personen haben einige ebenfalls Rehköpfe. Auch von der obern Reihe lassen sich Striche weiter verfolgen, 1) s. weiter unten. Q2