Einleitung. Zu den Baukonstruktionen in Holz Beim Beschlagen eines Stammes kann Rücksicht rechnet man alle Bauarbeiten, welche durch den genommen werden auf die durch sein eigentüm- Zimmermann ausgeführt werden können. liches Wachstum bedingte Brauchbarkeit desselben, Zu den Holzkonstruktionen werden mög- weshalb so zugerichtetes Holz sich weniger zu lichst gerade gewachsene, astlose und verziehen und zu werfen pflegt und infolge dessen außer der Saftzeit gefällte Hölzer ver- auch tragfähiger wird als geschnittenes Holz. wendet, wobei essich hauptsächlich umNadelholz, Anderseits aber reißt es leichter auf als das ge- Eichenholz und Buchenholz handelt. Die schnittene; auch geht bei Behandlung mit der Axt Hölzerkommenbaldin ihrer natürlichen runden viel Material in Form von Spänen verloren, das Form, vornehmlich bei Pfahlgründungen, unter der Säge unversehrt bleibt und sich noch Gerüsten, Wald- und Gartenhütten, Schuppen zum Gebrauch als Schale oder Schwarte eignet. und Feldscheunen, bald mehr oder weniger be- Das geschnittene Holz gestattet wegen seiner regel- hauen oder gesägt in Form von Balken, mäßigen Form ein genaueres Abbinden; dagegen Brettern, Latten und anderen Schnittwaren läßt sich meist nicht verhindern, daß es mit der beim Hochbau zur Verwendung. Hölzer, die teil- Zeit sich verzieht und windschief wird. weise noch die ursprüngliche runde Form besitzen, In zweiter Linie benötigt der Zimmermann für nennt man baumkantig oder waldkantig, dieZweckedesBauensverschiedeneSchnittwaren, Hölzer mit ganz rechteckigem oder quadra- die aus Sägblöcken hergestellt werden und je nach tischem Querschnitt vollkantig. Aufgabe ihren Dimensionen verschiedene Bezeichnungen des Zimmermanns ist es, diese Stücke so zu fügen führen. Rähmlinge,Doppellatten und Rahmschenkel und zu verbinden, daß sie ein zusammenhängendes haben quadratischen Querschnitt, eine Länge von Ganzes bilden und den auf sie einwirkenden Kräften 4,5 m, eine Höhe und eine Breite von 60 bis 80 mm; der Belastung, des Zugs und der Pressung mög- Dielen oder Bohlen sind 48 bis 85 mm, Bödseiten lichsten Widerstand leisten. 36 bis 47 mm, gewöhnliche Bretter 15 bis 35 mm Das vierkantige Stammholz, das zum Bauen in stark, Dachlatten 17 bis 35 mm dick und 50bis 60mm erster Linie erforderlich ist, wird entweder be- breit, Gipserlatten 15: 40 mm. schlagen oder beschnitten. Ein aus einem Die in nachstehender Tabelle enthaltenen einzelnen Baumstamm hergestellter Balken heißt Normalprofile für Kanthölzer und Schnittmaterial, Ganzholzbalken. Wird derselbe in der Mitte welche, durch den Innungsverband deutscher Bau- durchgesägt, so entstehen zwei H albh olzbalken; gewerksmeister beantragt, für ganz Deutschland wird er durch zwei sich kreuzende Schnitte geteilt, Gültigkeit haben, sind bei Aufstellung von Ent- so erhält man vier Kreuzhölzer. Beide Arten würfen und Kostenanschlägen, sowie bei Banaus- der Zurichtung, die des Beschlagens und des führungen anzuwenden. Schneidens, haben ihre Vor- und ihre Nachteile. Normalmaße für Kanthölzer in Zentimeter. 818 8110 10112 10114 12116 14118 14120 16122 18124 20126 22128 24130 10110 12112 12114 14116 16118 16120 18122 20124 24126 26128 28130 14114 16116 18118 18120 20122 24124 26126 28128 20120 Normalmaße für Schnittmaterial. Bretter, Bohlen und Latten werden hergestellt in Stärken von 15, 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50, 60, 70, 80, 90, 100, 120 und 150 mm. Das zum Zimmern auszuwählende Holz muß möglichst geradschäftig gewachsen sein, weshalb sich Nadelholzstämme vorzugsweise dazu eignen. Wegen ihrer großen Federkraft und Länge und ihrer ziemlich gleichmäßigen Stärke werden sie insbesondere zu Gebälken und Dachkonstruk- tionen verwendet, während das sprödere, weniger elastische, aber weitaus dauerhaftere Eiche nholz vermöge seiner großen Festigkeit auf Zug und Druck und vermöge seiner Dichtheit überall den Vorzug verdient, wo es sich um Stützen, Häng- säulen, Mauerlatten, Schwellen und Pfetten handelt. Die ungünstigen Eigenschaften des Bauholzes im allgemeinen, welche bei der Konstruktion wohl zu berücksichtigen sind, bestehen namentlich darin, dass es sich beim Austrocknen