3. Abfchnitt. Beitattungsanlagen. Von DR. STEFAN FAYANS. Einleitung: Beftattungswefen im allgemeinen und gefchiehtliehe Entwickelung. a) Vorgefchichtliche Zeit. Die erhöhte F ürforge für die letzten ftofflichen Elemente des entfeelten Körpers 1. der fog. Totenkultus erfchien bereits dem Urmenfchen der verhüllten vor- gefchichtlichen Zeit als ernfte Pflicht. Was wir hierüber Zuverläfflges erfahren, ver- danken wir der vereinten Altertums- und Erdkunde. Die Ermittelung der Orte, wo die Ueberrelte von Urmenfchen beigefetzt wurden, die reichen Gräberfunde mit den Gebeinen laffen uns nebft den Toten- beigaben genau die Merkmale der erften Religionsbegriffe erraten, mit denen der Totenkultus in enge Beziehung gebracht werden kann. Aus diefen Merkmalen ift fchon der Unterfchied in der Beftattungsart der Menfchengefchlechter und Tiere Zu erkennen. Die Furcht vor der Seelenwanderung und ein gewiffes Pietätsgefühl bewogen bereits den Urmenfchen zu einer gröfseren Sorgfalt, mit der er die Lei- eilen beifetzte und die Grabftelle mit Gegenftäilden, die dem Verftorbenen im Leben lieb waren, ausPcattete. Die älteften Menfchengebeine (die aus der fog. Tertiärzeit oder erft aus der Quartärzeit [Diluvialperiode] herftammen) find, den geologifchen Nachforfchungen gemäfs, Wähffebeinlich einfach befeitigt und der fog. Mumiüzierung in trockener oder der FälllniS in feuchter Luft überliefert worden. Bei den fpäteren Beitattungsformen der Urmenfchen find zunächft einfache 2. Höhlen zu verzeichnen, in denen die Toten reihenweife in einer zufammengekauer- Gmbhöhlem ten, fitzenden Stellung beigefetzt wurden. Befonders häufig treten folche Höhlen in Südfrankreich auf. GleiCbZeitig mit den Gebeinen finden wir Merkmale der damals herrfchenden jüngeren Steinleit, Wie Steinwerkzeuge und Vtfaften. Die Leichname Handbuch der Architektur. IV. S, c. 1