Jene, die unglücklicherweife 10 viel Raum vor den Domen zu Paris und Mailand fchufen, haben [llontalenzlwerts Anfichten als richtig erkennen laffen. Die Römer bauten ihre Trajan-Säule in einen Platz kaum ein Viertel fo grofs als die Flure Vendönze, auf der die Napoleonfäule fleht. Die Freude an leerer Gröfse und Weite geht nicht über das XVII. Jahrhundert zurückß Ueber die Freilegung des Cölner Domes fagt A1. Bohrer"), man habe damit eine traurige Erfahrung gemacht; der jetzige Zuftand fei unfchmackhaft. Mit Wehmut höre man heute von der Wirkung, die der Dom auf die Reifenden im Anfang des XIX. Jahrhunderts gemacht habe; in den neueren Kunftgefchichten finde man keine einzige Schilderung des Baues, die das Herz erwärme. Dies habe feinen Grund in dem mangelhaften Rahmen, der ihn umgebe. Die gewaltige Wirkung früherer Zeit habe auf dem Gegenfatz zwifchen der Gröfse und Weite des Domes zur Y ' Ex i'm x h f ä 41777 77;: 7777717: Yjf "'11 1„ y i]; H W o X751"? E Md 777i Ä V. y 7-7, K T? ßfj {j Q4 g x57": w Rqälä j g W Wilfig " Umgeüaltung Umgebung Domes Cöln nach Bohrer. Enge der Stadt beruht; jetzt Gehe er kalt und {tolz da, fpreche er nicht mehr zum Gemüt; er {tehe auf einem öden Präfentierteller; er wirke kleiner, als er tatfächlich fei; er habe keinen Herzensfreund mehr wie die noch eingebauten St. Martin und St. Apaßeln; er flehe nackt und entblöfst da. Und deshalb fordert Balzrer Ausbau der Domumgebung (Fig. 115 u. 116). Diefe dürfe nicht bleiben, wie fle ifl. Die Vorfchläge, die Bohrer macht, nämlich das Ausgeitalten von Schmuckplätzen um den Dom, fcheinen mir immer noch nicht ausreichend, um dem Dom einen Teil jener Wirkung zurückzugeben, die er einit hatte. Der belgifche Geiftliche und Kunftkenner 1.. Cloguet äufsert fich"), der moderne Eifer, alte Bauten freizulegen, gehe zu weit. Wir liehen vor bedauerlichen Ausfchreitungen; man 53) In: Vom Kölner Dom und feiner Umgebung. Köln x9o4. 39) In: Revue de Part clzräfienne 1901. Cloquet.