_i_st_yeine allgemeine umfassende geometrische Systematik. Die Kreis- vteilung und, aus ihr hervorgehend, die Geometrie der Vielecke bilden __die formale Grundlage dieses Systems. Geometrische Figurationen vieler- lei Art und unter ihnen auch gewisse Dreiecke (Viollet-le-Duc, Dehio, v. Drach, Witzel usw.) sind Ausfluß und Bestandteil, die zweidimen- sionale geometrische Ähnlichkeit (Thiersch) ist einewnatürliche Wirkung _die_s_es Systems, der "Kreisgeometrie". Ein System bildet diese insoferne, als sie eine Summe von technischen Mitteln darstellt, die untereinander in klarem und unlöslichem Zusammenhang stehen. Ich muß Wert darauf legen, den Weg zu kennzeichnen, der meine Untersuchungen zu ihrem Ergebnis führte. Es war der__planmäßig angestellte Vergleich gier Bauwerke und Bildwerke untereinander. Ohne irgendwelche Voraus- setzungen von Maßbegrißen gelten zu lassen, wurden die Maßverhält- nisse aus den Bauwerken und Bildwerken herausgelöst, indem sie unter- einander verglichen wurden. Aus dem fortgesetzten planmäßigen Ver- gleich entstand erst der Begriif ein impirisehes Verfahren. Es ergaben sich bald typische Wiederholungen von Maßverhältnissen; damit war eine wesentliche Erleichterung gewonnen. Die einzelnen Gebilde muläten nun nicht mehr in unübersichtlicher Menge unter- einander, sondern konnten mehr und mehr mit dem in Erscheinung tretenden Proportionstypus oder mit den wenigen Typen, die in Frage kamen, zusammengehalten werden. Der Begriff der typischen Pro- portion trat als eine vereinigende Idee aus der Vielheit der architek- tonischen Einzelerscheinungen heraus. Aber diese Idee ist nicht voraus- gegangen, sondern ist entstanden und hat sich entwickelt. Mit dem Vergleich und der typenweisen Betrachtung geschieht übrigens nichts anderes, als was andere Wissenschaften, welche die Erforschung der Gestalt zum Zwecke haben vergleichende Anatomie, Pflanzenkunde, Sprachwissenschaft auch und zwar schon lange getan haben. Ich muß Wert darauf legen, den beschrittenen Weg zu kennzeichnen; denn hier kann nur das Ergebnis mitgeteilt, nicht aber der vielfältige und sorgfältigeVei-gleich, der vorausging und zu diesem Ziel führte, wiederholt werden. Das Ergebnis würde aber um so mehr dem Zweifel ausgesetzt sein, wenn der empirische Weg, auf dem es gewonnen ist, nicht klar eigeheint. Ich habe das Ergebnis in folgende Sätze zusammengefafät: lDic Maßverhältnisse und Maläbeziehungen der Bauwerke und Bild- werke von der ägyptischen Frühzeit bis zum Ausgang des Mittelalters lassen eine planmäßige Regelung erkennen. Das System dieser Regelung 4