Nebenwirkungen Die kulturwirtschaftlichen der Saaltalsperren. 73 Die kulturwirtschaftlichen Nebenwirkungen der Saaletalsperren 1). Der Einfluß auf den Bodenwert. Grundsätzlich ist zwischen unmittelbarer und mittelbarer Be- einflussung des Bodenwertes durch das Talsperrenunternehmen zu unterscheiden. Unmittelbar werden diejenigen Grundstücke beein- flußt, die von den Speicherbecken überstaut oder für zugehörige bauliche Anlagen benötigt werden und daher einer anderweitigen Nutzung verloren gehen, mittelbar die außerhalb der Speicher- becken gelegenen, die lediglich eine Wertänderung erfahren. Die unmittelbar betroffenen Grundstücke sind von dem Talsperrenunternehmen zu erwerben. Ihr Kaufpreis bildet einen Teil von dessen Anlagekosten. Es wäre daher verfehlt, wollte man etwa den Schaden, den die Volkswirtschaft durch den Verlust an Grund und Boden erleidet, nochmals besonders außerhalb der An- lagekosten in Ansatz bringen. Die Frage ist vielmehr so zu stellen, ob der Nutzen, den die Volkswirtschaft als Ganzes aus dem Unter- nehmen zeiht, diesen örtlichen Schaden rechtfertigt. Diese Frage wäre zu verneinen, wenn das Unternehmen sich als unwirtschaftlich erweist, sie ist zu bejahen, wenn es unter voller Berücksichtigung der Grunderwerbskosten einen Gewinn abwirft. Die Beantwortung wird daher aus dem Schlußergebnis dieser Untersuchungen zu ent- nehmen sein. Als mittelbar beeinflußte Grundstücke kommen in erster Linie die unterhalb der Talsperren längs des Flußlaufs landvvirt- schaftlich genutzten Flächen in Frage. Sie werden insofern beein- flußt, als die Vergleichmäßigung der Wasserführung durch die Stau- anlagen einerseits in Trockenzeiten eine Aufhöhung des Grund- wasserstands und andrerseits eine Verringerung der Hochwasser- spitzen bewirkt. Die Aufhöhung des Grundwasserstands ist als ertragsteigernd anzusprechen, während die Verringerung der Hochwasserspitzen von der Landwirtschaft als ertragmindernd empfunden wird, weil die landwirtschaftlich wünschenswerte natür- liche Düngung der Fluren durch Hochwässer nicht mehr in dem bis- herigen Maße erfolgt. Soweit die natürliche Düngung durch künst- I) Siehe hierzu: Regierungs- und Baurat E. Mattern: "Über den Einfluß der im oberen Saalegebiet geplanten Talsperren auf die wasser- und kulturwirt- schaftlichen Verhältnisse im Saaletal", Denkschrift, veröffentlicht in "Die Wasser- kmft", I924[25, Heft 5 und 6.