Einleitung. Zweck des Ausbaues der oberen Saale. Im Rahmen der planmäßigen Bewirtschaftung des im mittel- deutschen Wirtschaftsgebiet"verfügbaren Wasservorrats ist -als be- deutendste Maßnahme der Ausbau des oberen Flußlaufs der Saale durch Talsperren geplant und zum Teil bereits in Angriff genommen. Der Entwicklungsgang der hierfür aufgestellten Entwürfe wird im wesentlichen durch die mehrmalige Änderung ihrer Zweckbestim- mung charakterisiert. Daneben machte auch die außerordentliche Verbesserung der Dampftechnik in den letzten Jahren sowie die ständige Steigerung der Ansprüche, die die Volkswirtschaft an den Wasservorrat stellt, fortlaufend eine Weiterentwicklung der Aus- baupläne erforderlich. Während der erste Plan für den Ausbau der oberen Saale in der Hauptsache den Schutz der Unterlieger gegen Hochwasser bezweckte, stützte sich die Ertragsberechnung für einen späteren Entwurf besonders auf die Gewinnung elektrischer Energie, also auf die kraftwirtschaftliche Nutzung des aufgespeicherten Wassers. Außerdem sollten die Speicherbecken Gebrauchs- und Trinkwasser liefern und durch Vergleichmäßigung des Wasser- abflusses unmittelbar der Förderung der Landeskultur dienen. Zu diesen landeskulturellen und kraftwirtschaftlichen Gesichts- punkten trat dann weiterhin die Forderung der Verkehrswirt- schaft auf Lieferung von Zuschußwasser zur Aufhöhung der Fahrwassertiefe von Kanälen und schiffbaren Flußstrecken in Trockenzeiten. Diese drei Arten der Wassernutzung, die Erfüllung landes- kultureller Aufgaben, die Erzeugung elektrischer Energie und die Abgabe von Zuschußwasser für die Binnenschiffahrt, bestimmen auch heute noch den Ausbauplan der oberen Saale. Im Laufe der Beiträ e zur Wasserwirtschaft. 2. Heft. Günti er, Der Ausbau der oberen Saale durch Talsperren. I