L VV ß Z lk E L4 DER" URSACHEN UND VERHÜTUNG FRÜHSPRUNGBILDUNG ANTROCIQNENDER ÖLFARBENAUFSTRICHE ÄUND AUF ÖLBILDERN. EINLEITUNG UND LITERATUR. Im ersten Teil kam der Gedankengang zum Ausdruck, daß das Zustandekommen der bei Ölfarbenaufstrichen und Lackierungen im Freien, sowie bei Ölbildern im Laufe kürzerer oder längerer "Zeit auf- tretenden Verfallserscheinungen der Sprung- und Rißbildung in erster Linie durch das Farbmaterial selbst auch dann verursacht sein kann, wenn es stoffecht und technisch rein ist. Als Ursache des Eintrittes dieser Zusammenhangsstörungen der Farbschichten waren Schwund- vorgänge des Ölanteils der Aufstriche beim Trocknen angenommen worden. Nachdem Taub e r1 durch Dauerversuche an stoffechten und reinen Materialien festgestellt hatte, daß unter gleichen äußeren Umständen Mohnölfarbenaufstriche beim Antrocknen viel stärker springen oder reißen, als solche von Leinölfarben, schien die erste der Ursachen dieser starken Verwendungsunterschiede beider Arten von Ölfarben im verschieden großen Schwundbetrag von Lein- und Mohnöl beim Trocknen im Aufstrich zu liegen, die weitere in den inzwischen in der Versuchsanstalt festgestellten beträchtlichen Festig- keitsunterschieden von Leinöl- bezw. Mohnölfilmen. Um diese Ver- mutungen zu prüfen, wurden im ersten Teil der Arbeiten die Zu- sammensetzung und das Verhalten beider Öle beim Trocknen so weit festgestellt, als die gegenwärtigen Hilfsmittel es zulassen. Es wurde ggzeigt, daß Mohnölaufstriche beim Trocknen tatsächlich viel star- keren Schwund erleiden, als Leinölaufstriche. Außerdem wurden die Ursachen dieser Unterschiede so weit als möglich ermittelt. Da- mit war für das Nichtspringen der Leinölfarbenaufstriche und das Springen der Mohnölfarbenatifstriche eine erste Erklärung gegeben. Es blieb jedoch unaufgeklart, warum Olfarbenaufstriche schon im nassen Zustande und während des Antrocknens sprungfahig werden können, wie etwa das feste und einheitliche, beschränkt elastische System Majolikaglasur. Daher handelte es sich noch um Lösung der Frage, wodurch festllüssige disperse Systeme, wie frische Ölfarben- aufstriche, die weder stofflich einheitlich sind, noch starre Schichten bilden, zu beschrankt elastischen, sprungfahigen Systemen werden können. Hier liegt eine Aufgabe aus dem Gebiete der Mechanik vor. Diese Frage aus einer engeren Angelegenheit der Bilderpflege zu einer nicht nur die gesamte Anstrichtechnik, die Öl- und Lackfarben- 1 Chem. Ztg 1909, 85, 94 u. a. a. O. 217