in der kälteren. Die hier stattfindende Schnelligkeit des Trocknens bedingt andererseits Unvollständigkeit dahin, daß ein größerer Teil der noch flüssigen Anteile im Linoxyn hinterbleibt, als beim norma- len Trocknen. Daher können s y n a e r e ti s c h e i" oder Ent- mischungsvorgänge eintreten, die zum beobachteten Wiedererweichen führen. Um die hier auftretenden Schwundbetrage für einen grö- ßeren Zeitraum kennen zu lernen, wurde in der Belichtungskammer ein Versuch am I.Dezember 1919 ausgeführt und I0 Monate fort- gesetzt. Das Öl war aus Erdinger Saat kalt geschlagen und 5 Wochen alt. Die Trockenkurve erreichte am 9. Tag den Scheitelpunkt mit 22,271. An diesem Tage war der Aufstrich klebefrei trocken. Vor dem 40. Tage trat kein wesentlicher Abfall der Kurve ein. Von da an begann ein fast ununterbrochener Absturz. Am 120. Tage, also anfangs April schnitt die Kurve schon die Abzissenachse. Um diese Zeit hatte also das Öl den gesamten durch das Trocknen erhaltenen Gewichtszuwachs verloren. Vergleicht man dieses Ergebnis mit dem des ersten im Februar und März unternommenen Versuches, so ist es bezüglich der Schwundbetrage dieser Aufstriche gleich und zeigt weiter, daß beim Streichen im ausgehenden Winter schon die Märzen- sonne gefährlich wird. Daß dies doppelt der Fall ist, ergibt sich daraus, daß auch dieser Aufstrich schon im April wieder zu kleben begonnen hatte. Es hielt bis zum 210. Tage an. Hier betrug der Gewichtsverlust 111 ß. Wenn H e b i n g "ß erwähnt, daß Ölfarben- anstriche an der Sonnenseite immer starker ausgewittert sind, als an der Ost- und Nordwestseite, so hat man jetzt einen graphischen Aus- druck hiefür. Werden diese Versuche im Sommer angestellt, so müssen sie noch ausgesprochenere Ergebnisse liefern. Tafel 9 zeigt i 3 Tafel 9. 111.3 4 l 1 l V E inßuß des direkten Sonnenlichtes M auf den T rockmuorgang vom Leinäl und 10'741 : 1h. 1 Malmö! im Sommer. I 4 U, 5 l mit; ß "Z IM' 7' I Ü! v VW": A. 1 j : U1 In R V M". . u w m13 0„ , U I! ß" I Wiedererweichen u ' V 1,1l. f, v 2 Kleben ä! 1437 '11 {.1 ,I_ A I, 3 Klebefrei Max! 4 4 Wiedererweichen l g 1' m Tage .20 5 Starkes Wiederkleben die Sommerliurve des gleichen Ijeinöles im vollen Sonnenlicht. Hier erfolgte das klebefreie Trocknen schon am 3. Tage. Unmtttelbar da- rauf begann der Absturz der Kurve, die am 12. Tage die Nullinie schnitt. Das Wiederkleben zeigte sich h1er am 4. Tage, das Wieder- erweichen am 7. Tage. Hilligm behauptet, die Sprung- und Riß- äi 1a: wo_ 0 gtwal d , Kleines Praktikum der Colloidchemie, Dresden 1920. 1" Olfarbe und Olfarbenanstriche, 5.59. i" Die Verfallsursachen bei Malereien und Anstrichen. Nlünchn. kunstt. Bl. XII, Nr. 14. S. 67. 9, 131