Anmerkungen sind absichtlich kurz gehalten; sie sollen nur die Richtung an: geben, aber dem Lehrer nicht vergreifen. Die große Zahl der Aufgaben ermöglicht es, den Schülern gleichzeitig verschiedene Aufgaben zu geben und sie hierdurch zum selbständigen Arbeiten anzuleiten. Hierbeivon sogenannten Gegenbeispielen (mangelhaften Arbeiten) auszugehen, halte ich bei Anfängern für bedenklich. Ist ein solches Verfahren schon pädagogisch sehr anfechtbar, so ist es zugleich geradezu hinderlich für das Auffinden einer andren Lösung. Durch das genauere Ansehen der Druckarbeit prägt sich diese dem Ungeübten so fest ein, daß er sich auch dann davon nicht los machen kann, wenn er sie nicht mehr vor sich hat. Sind die Schüler im 3. oder 4.]ahre besonders befähigt, so mag dieses Verfahren hin und wieder ein eschla en werden. Besondere Angaben fäir Drucker finden sich auf der Mittel: und Oberstufe; sie sind durch Sternchen gekennzeichnet. Auf der Mittelstufe wird es sich in erster Linie darum handeln, diese Schüler mit dem Gebrauch der Farbe vertraut zu machen. Das Übungsbuch gibt absichtlich keine zusammenhängende Farbenlehre und Regeln über das Mischen der Farben, sondern regt in zahlreichen Aufgaben an, durch ausgedehnte Übungen Erfahrungen und Fertigkeiten im Farbenmischen und Zusammenstimmen der Töne zu vermitteln. Diese Übungen sind zunächst am besten mit Temperafarben auszuführen. In der Oberstufe sollen sie indessen mit Druckerfarben fort esetzt werden. Dazu sind einige Solnhofener Steine, Spachtel und Handäaräwalzen erforderlich. Wenn eine Handpresse nicht vor: handen ist, reicht auch die Vergolderpresse der Buchbinder, nötigenfalls sogar eine Kopierpresse aus. Ist eine Schriftgarnitur zum Setzen nicht vorhanden, so müssen außerdem von einigen Schriftsätzen Galvanos beschafft werden, mittels derer farbige Abzüge hergestellt werden. Auch hier soll durch praktische Ver: suche und bungen der Farbensinn des Druckers geweckt und ausgebildetwerden. Es wird vor allem die verschiedene Wirkung einer und derselben Farbe auf den verschiedenen Papieren zu beachten sein, sodann die Möglichkeit, die Farben zu mischen und zu brechen, und endlich das harmonische Zusammenstellen mehrerer Farben. Das Lehrbuch kann hierzu selbstverständlich durch die ge: stellten Aufgaben nur Anregung geben. Den Ausschlag für diese Übungen gibt in erster Linie der Lehrer selbst. Eine sehr gründliche Anleitung zum Gebrauch der gebräuchlichsten Druckerfarben ibt das Werk „Praktischer Leitfaden für Buntbuchdruck" von Müller und DetIileffmVerla Müller, Berlin SW., Gnei: senaustraße 91 (1900), das dem Lehrer, der nicit Fachmann ist, mancherlei Winke gibt. Da bei der farbigen Behandlung des Buchdrucks das Papier eine wichtige Rolle spielt, so beschaffe man seitens der Schule durch Vermittlung einer Druckerei eine Auswahl guter brauchbarer Druck: und Umschlagpapiere, auf denen die obigen Übungen und Versuche anzustellen sind. Gibt das Lehrbuch dem Lehrer, soweit er Fachmann ist, stofflich nichts Neues, so wird aber auch diesem der strenge methodische Aufbau willkommen sein und den Unterricht wesentlich erleichtern. Der Lehrer, der fachlich nicht geschult ist, wird an der Hand dieses Buches unter Zuhilfenahme anderer fach: wissenschaftlicherWerke sich verhältnismäßig schnell einarbeiten, vorausgesetzt, daß er auch selbst einmal zum Winkelhaken greift und durch den Verkehr mit Fachleuten seine Kenntnisse erweitert. Sehr gut orientiert den Laien das Buch von „Weber, Katechismus der Buchdruckerkunst",Verlag Weber, Leipzig 1901, VI