282 Gefärbte Oberflächen werden elektrolytisch auf einem Metall er- zeugt, wenn man dasselbe zur Anode in einer alkalischen Blei- oder Blei- und Kupferlösung macht. Das Verfahren läßt sich an- wenden auf Artikel aus Messing, Kupfer oder einem anderen Metall, oder auf enkaustische oder andere Steine, auf China-, Porzellan-, Steingutartikel, oder auf eine andere irdene Ware, welche vorher mit Metall durch elektrolytische Niederschlagung von Kupfer, Fritten auf Folie oder Erhitzen im Nickelkarbonyldampf überzogen ist. Die Artikel werden gereinigt durch Eintauchen in verdünnte Salpeter- säure, durch Polieren oder auf andere Weise. Artikel aus Eisen werden mit Kupfer oder Messing überzogen. Die Bleilösung wird durch einstündiges Kochen von Bleiglätte mit Aetznatron oder einem andern Alkali in Wasser und Verdünnen des Gemisches dargestellt. Es ist besser, etwas Cyanid-Verkupfemngsbad der Lösung zuzusetzen. Die Artikel. werden nachher gewaschen und können lackiert werden. Weitere Effekte können erzielt werden, wenn man Firnis oder andere Schutzmittel auf Teilen der Artikel während eines Teiles der Elektro- lysendauer anwendet und die Artikel nachher von 150-5000 F. (655-2600 C.) erhitzt. (Engl, Patent 10977 vom 16. Juni 1000. D. Linclair, Coalbrook dale, Shropshire) Josef Rieder-Leipzig (D. R. P". 113 453) will durch anodische Wirkungen Metallfärbungen hervorbringen, und zwar durch die an der Anode sich abscheidenden Gase (s. auch das Verfahren von Lismann zur Erzeugung von künstlicher Patina Seite 210). Um das Entweichen der Gase zu verhindern oder zu verlangsamen, werden dem Elektro- lyten gelatinöse Körper, wie Gelatine, Agar-Agar u. dergl, zu- gesetzt. Das zu färbende Metallstück kommt am besten mit dem Verdickungsmittel und dem Elektrolyten in -eine Tonzelle; die Kathode wird in den nicht mit dem Verdiokungsmittel versehenen Elektrolyten gesetzt. Eine Lösung von Mono- und Dinatriumcarbonat soll auf Kupfer ein dunkles Braun, das durch Zusatz von Dinatriumthiosulfat in ein tiefes Schwarz übergeht, hervorbringen, Natriumacetat er- zeugt eine hellbraune, Dinatriumphosphat und Chlorammonium eine olivgrüne, Kaliumferricyanid und Chlorammonium eine lila Färbung. Das Verfahren beruht dem Prinzip nach auf der Anwendung eines gelatinösen Elektrolyten, d, h, einer Salzlösung, welche durch Zusatz geeigneter Materialien, z. B; Leim, Gelatine mit oder ohne Glycerin, Agar-Agar und anderen Stoffen mit ähnlichen Eigenschaften, gelatiniert worden ist, und in welche der zu färbende Metallgegenstand eingegossen ist. Dient nun dieser Metallgegenstand, nachdem der Elektrolyt vollkommen erstarrt ist, bei der Elektrolyse in bekannter