23 gleich ist. Sobald du dieses gewahr wirst, stelle es in Wasser, wasche es mit reinen Borsten, dann stelle es abermals auf Kohlen und erwärme so lange, bis es gänzlich gelb. wird. Ueber die Vergoldung des Silbers bei Cellini und Theophilus s. S. 123 und die Anmerkung dazu: Wenn du diese goldene oder silberne erhabene Arbeit irgendwo be- festigen willst, nimm Wachs, schmilz es in einem irdenen oder kupfernen Topfe und mische es mit feingepulvertem Ziegelstein oder feinem, Sande und zwar im Verhältnis von zwei Teilen hiervon auf einen Teil Wachs. Die geschmolzene Mischung rühre mit einem hölzernen Löffel tüchtig um und fülle sie in alle Vertiefungen der Rückseite deiner erhabenen Arbeit ein: Ist die Masse darin erkaltet, so befestige die Arbeit, wo du willst. Mit dünngeschlagenem Kupferblech wird auf di-eselbe Weise verfahren; diese Arbeit erfordert aber w-egen der größeren Härte des Kupfers weit mehr Ausdauer und Sorgfalt. lst in diesem Fall-e das Werk bis zur Ausführung der feinen Züge vorgerückt, s-o scheuert man die Vorderseite, behufs Entfernung der schwarzen Haut, mittelst eines Lappens mit Sand ab. Als- dann vergoldet, poliert und färbt man und füllt nach Ausführung der Einzel- heiten die Rückseite wie oben mit Kitt aus. Das Vergolden des Erzes (Bronze) beschreibt Plinius (H. N.' XXXIII, 20) ähnlich wie Cellini das seiner Silberstatue: Das Erz wird abgekratzt, geglüht," in einer Lauge von Salz, Essig und Alaun gelöscht; das Gold in Blättchen mit einer Quecksilbermischung aufgetragen. Völlige Uebereinstimmung mit Cellini ergibt die Anweisung des Theophilus in L. lIl., Kap. 34: Gold und Quecksilber werden im Verhältnis von 1 zu 8 durch Verreiben gemischt, im Tiegel unter Umrühren erhitzt, mit Wasser abgelöscht und ausgewaschen usw. Vom Polieren der Vergoldung (Theophilus). Nimm dünne Drähte aus Messing, biege sie zusammen, so daß das Gebogene fingerlang ist; WElflfl sie vierfach sind, binde sie mit einem Leinenfaden, daß es ein Stück wird. Dieser Stücke mache vier, fünf oder sechs, so zwar, daß lEllH Teil dreimal, ein anderer vier-, ein dritter fünfmal ge- bogen sei und so zunehmend bis achtmal. Sind all diese einzeln gebunden, so mache in einem H-olze ein mäßig großes Loch, stecke eines der Stücke in dasselbe und übergieße mit Blei, so daß, nach dem Erkalten herausge- zogen, die einzelnen Büge im Blei wie in einem Knoten umschlossen, an- einander halten. Auf diese Weise mache die Kn-oten für die einzelnen Stücke aus Blei, schneide die Büge alle auf der anderen Seite ab, feile und schabe die Spitzen derselben, daß sie rund und eben werden. Mit diesen poliere, gleichsam kratzend, die vergoldeten Henkel in reinem Wasser in einer Sauberen Schal-e. Hast du sie außen so kratzend poliert, stelle sie auf Kohlen, bis sie warm eine rötlich gelbe Farbe bekommen und die durch das Polieren gewonnene Helle einbüßten; lösche sie in Wasser und poliere sie abermals durch sorgfältig-es Kratzen, bis sie den schönsten Glanz empfangen, und dann färbe sie mit dieser Mischung.