Die Schrift. Es seien einige Hauptgesetze über die Beschaffen- heit ästhetisch einwandfreier Schriften angefügt. (Der erste Teil dieser Abhandlung stützt sich auf die Unter- suchungen Mr. Edward johnstons.) Lange Jahre hindurch hat das Gebiet der Schrift brach gelegen. Man gravierte oder schrieb den her- kömmlichen Satz mehr oder weniger gut und vergaß ganz, daß die Schrift einmal angewandte Kunst gewesen war und auch heute wieder werden könnte. Man ging auch daran vorbei, daß der Schrift eminenter erzieheri- scher Wert gerade für das Entwerfen innewohnt. Heute finden wir das Schreiben an den meisten Kunstgewerbe- schulen, oft als direkte Vorübung für Raumverteilung, wieder eingeführt. Wir stellen drei Forderungen an die Spitze: l. Leserlichkeit, 2. Zweckmäßigkeit, 3. Schönheit. Eine Schrift, die nicht gut lesbar ist, und sei sie noch so dekorativ, ist keine Schrift, sondern ein Orna- ment. Wer natürlich beides zu verbinden weiß, ist der größte Schriftkünstler. Mustergültige Beispiele hat uns das Mittelalter, ganz besonders aber der maurische Stil hinterlassen. Die Zweckmäßigkeit muß namentlich in Hinsicht auf Größe und Technik berücksichtigt