277 Coburg. NEUHQF, Rittergut. 431 eingezogenes, dann ausladendes Capitell haben, darauf Gebälk mit Ecktriglyphen und mit Zahnschnitten im Gesims. Ein Ofen in einem Zimmer des 2. Ober- geschosses, bezeichnet mit 1777 und P. M; M. EXN, ist in dem Untertheil und der Bekrönung Eisenguss, im Obertheil aus schwarz glasirten Kacheln, in allen Theilen mit einigen Ornamenten verziert. So sind die verschiedenen Stilartcn im Schlosse derart mit einander ver- bunden, dass sich keine einzelne Bauperiode genau von der anderen scheiden lässt. Der Bau des 16. Jahrhunderts scheint im 17. ilamentlich im Innern umgestaltet. Im 18. Jahrhundert erfolgte ein durchgreifender und gediegener Restaurationsbau und ein ebensolcher im Jahre 1894. G runer I, S. 201; 1I, S. 81; III, S. 50. Lindner, Ansichten im Rathhaus zu Coburg. Gemälde einer Lotterieziehung. zu welcher allerlei Leute kommen, darüber einige zum Spiel auffordernde Verse. darunter: Gegeben II. J. G. von Sand den (Tagesangalae unausgefüllt) Julvfz" 1777 gewonnen (das Uebrige unausgefüllt), zeit- geschichtlich interessant; auf einer Holztafel. Brustbildnisse in einem Zimmer des 1. Obergeschosses, aus dem 18. Jahr- hundert, in Oel und Pastell, manche gut, so das Oelhildniss eines Mannes (v. Seckendorf?) aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts, mit Lockenperrücke, in hellblauem Rock mit Goldborte, Spitzenjalaot, rothem, goldgebortetem Mantel von künstlerischem Faltenwurf; andere sind interessant der Trachten wegen. Geschnitzte Roccoco-Rahmen. Neuhof, hörend. östlich V01] Coburg; 1673 Neuenhof, früher Neustadt Rittergut mit SClIIOSS. Besitzer: v. Bach, nach Einziehung des Gutes (1714), 1724 Schott v. Schottenstein, um die Mitte des 18. Jahrhunderts Becking, 1776 v. Schauroth, dann Fr. v. Donop (bis nach 1796), v. Schönebeck, Souchay, der um 1866 das neue Schloss mit Benutzung älterer Theile durch den Baurath Rothbart aufführen liess, 1872 Feldmarschall Graf Roon, von dessen Söhnen das Ritter-gut und Schloss 1884 an den jetzigen Besitzer Rittmeister Dorff kam. Von dem alten Bau des 16. Jahrhunderts ist die Ilauptgestalt des Schlosses, welches aus Untergeschoss, hohem Erdgeschoss und zwei Obergeschossen besteht, erhalten, ein ungefähres Quadrat, rings von einem Graben umgeben gewesen, welcher zum Theil noch als Teich erhalten ist, mit einem im Grundriss: kJ vertretenden Treppenthurin in der Mitte der Hinterseite und einem rund heraustretenden Thurm an der einen Ecke dieser Seite. Ferner im Erdgeschoss Räume mit Kreuzgewölben (früher u. A. als Gefängnisse dienend); Wendeltreppe im Thurm mit steinerner Spindel, welche mit Wulsten und Kehle prolilirt ist. Der Eckthurm wurde unter Becking oben mit Vorkragung achteckig weitergeführt; in seinem aus sechs Seiten des Achtecks gebildeten 1. Obergeschoss (Erker) und dem anstossenden Zimmer befinden sich gut erhaltene gothische Balkendecken. Als um 1866 das Schloss neu hergestellt wurde, wurden die beiden 'l'hürme nach alter Weise mit Helmen bedeckt, ferner an der Mitte der Vorderseite ein Flügel vorgebaut, der noch ein Thürmchen enthält. Grüner, Fortges. Bericht, S. 53. Kessler u. Springseysen, S. 91. Mittheilungen des Rittmeisters Dorff. Riemann, S_ 32.