NASSACH. Königsberg. Nassacht), in alten Urkunden Nazza geschrieben, nordwestlich von Königs- berg, ziemlich entfernte Enclave, von bayrischem Gebiet umschlossen. Der Ort war vor 1272 wildbergisch. dann henuebergiseh, von Anna, der vierten 'I'ochter des Markgrafen Ilermann v. Brandenburg, 13353 an das Kloster Sonnefeld gebracht, kam nach dessen Aufhebung unter das eohurgisehe Amt Sonnefeld, somit mit diesem an SachsenJ-Iildburghausen und 1820 an Saehsen-Coburg-(iotha, von welchem es dem Amt Königsberg untergeordnet wurde. Die Iteformattion wurde erst 1546 eingeführt. Bei der Erbtheilung 1826 wurde es ausser Acht gelassen, 1827 dGlIl Staate Coburg zugetheilt. Krauss, S. 374. Kreysig, Beytr. z. öäuhs. Histor. V, 1761, S. 329 u. ö. mit Lit. Solgcr, Königsberg, S. 63 f. Kirche, früher zur Ephorie Sonncfeld gehörig, wohl schon im Mittelalter, jedenfalls 1525 selbständige Pfarrkirchc, 1827 der Ephorie Königsberg unterstellt. (äruntlriss-Forln: Das Thurm-Ertlgeschoss, früher Chor, jetzt Sacristei, ist 3,9 m lang und 3,8 m breit, das jetzt als Altar- und Gßlllelllllßfillllll dienende Langhaus ist 15 m lang, 9,5 m breit. Der Thurmlwau ist spatgothisch, von 149-1, welche Jahreszeit (1292) sich oben an der Thurm-Südseite nahe der West-Ecke auf einer Tafel befindet. Die Sacristei hat an der Nordwand innen eine kleine Sacralnentsnische, an der Ostseite ein Spitzbogen-Fenster, an der Süd- seite eine Thür, welche aussen rechteckig, aber im Innern der Kirche noch schweif- bogig und mit einer kräftig proiilirten, den Sockel freilassenden Einfassung ver- sehen ist. Ueber der Sacristei ist für die Orgelbühne an der Südseite ein Korbbogen- Fenster aus dem 18. Jahrhundert, an der Ostseite ein neueres rechteckiges Fenster. Ueber einem Gesims folgt am Thurm-Oberbau erst an jeder der freien Seiten ein schmal-rechteckiges Fenster, (larüber ein gepaart spitzbogiges, darüber an der Westseite ein, an den drei anderen Seiten je zwei grössere, spitzbogige Fenster, darauf Gesims und der hohe schlanke, zum Achteck übergeführte 'l'hurmhel1n. Im Uebrigen ist die Kirche Bau von 1807 unter Herzog Friedrich von Sachsen-IIilrl- burghausen; eine Tafel mit darauf loezüglicher Inschrift und sachsischem Wappen laelinrlet sich aussen über dem Südportal. Sacristei und Langhaus haben flache Decken. Die Triumphbogen-Oeifnung ist unten durch eine Wand geschlossen, an welcher in der Mitte nach dem Langhaus hin die. steinerne Kanzel rund, etwas geschweift Vortritt; an ihr das Rautenkranz-Wappen, von Lorbeerblattern um- geben. Emporen ziehen sich an den Wänden entlang, das 1. Emporengcschoss ringsherum, an der Ostseite als Orgelempore (lieneild; an ihrer Brüstung oberhalb der Kanzel die verschlungenen Namensbuchstaben F und C des Herzogs Friedrich und seiner Gattin Oharlotte. Fenster und Thüren des Langhauses sind rechteckig, die Fenster reichlich vertheilt in einer unteren und einer oberen Reihe. An jeder der drei freien Seiten drei Fenster-Axen, statt des mittleren Fensters der Südseite und Westseite unten je ein Portal, das westliche mit hohem Aufsatz und Giebel. Solger, S. 64. [Heiligenfigur, soll an die Kirche zu Happertshausen im bayrischen Unterfranken verkauft worden sein] Dieser Ort wurde von Herrn Timler, Lehrer am Königl. sichtigt und die Denkmäler nach seinen Mittheilungoxm aufgezeichnet. Kunstgewerbcmuscum zu Berlin,