Hassenberg, nordöstlich von Sonnefelrl; 1438 zum Hassenberg, stand unter dem hiesigen Rittergut (s. dies bezw. Zuchthaus), gehörte zum Gericht Gestungs- hausen. Gruner I, S. 284; II, S. 119; III, S. 114. Riemann, S. 20: Hassds Berg. Kirche, Tochterkirche von Gestungshausen, einst Kirche des Rittergutes (s. von dessen Besitzer Stockhorner v. Starein 1690 (Jahreszahl am Sturz der Süd- thür aussen) namentlich im Innern reich gebaut, von Freiherrn v. Wasmer 1841 restaurirt. Grundriss-Form: Das für Altar und Gemeinde dienende Kirchhaus ist 15,35 m lang, 9,1 m breit, die westlich angebaute Sacristei, auf welcher der Thurm ruht, 2 m lang, 4,35111 breit, der nördliche Vorraum 2,2 m lang, 3,1 m breit. Dieser Raum vermittelt den Eingang zu der hier gegen die Strasse etwas tiefer gelegenen Kirche. In den Vorraum führt nördlich eine Thür; über ihr ist ein Fenster angeordnet. In dem Vorraum liegt die Treppe; einige Stufen führen herab zur Kirche unten, einige Stufen herauf zum Emporengeschoss, welches, vom Ende des Altarplatzes anfangend, an der Nord- und Süd-Seite, sowie an der Westseite herumgeführt ist. Gegenüber den nördlichen Thüren liegt die südliche Eingangs-Thür der Kirche, darüber ein elliptisches Fenster. Rechts und links von den Thüren der Nord- und Süd-Seite befindet sich ziemlich hoch je ein Fenster; an der Ostseite zwei Fenster, an der Westseite südlich vom Thurmbau ein Fenster, an der Westseite der Sacristei eine Eingangs-Thür, an der Südseite der Sacristei ein Fenster. Der Thurm-Oberbau hat zwei viereckige Geschosse mit Fenstern, darauf eine Schweifkilppel, darauf einen neuen, viereckigen Aufsatz mit Fenstern, zuoberst einen Helm. Die sammtlichen Fenster und Thüren der Kirche, ausgenommen die als elliptisch bezeichneten Fenster, sind rechteckig, meist mit Ohren, zum Theil auch mit Fascien versehen, die Fenster der Ostseite und des 1. Thurm-Obergeschosses mit Spiegeln bezw. wagerechten Aufsätzen und Gebälk. Die Decken im Innern sind iiach. Im Kirchhaus ist die Decke ein Meisterwerk an Stuckarbeit; wie ich vermuthe, von den zu Ende des 17. Jahrhunderts vielfach in Thüringen und Franken an Schlossbauten beschäftigten Italienern, den Gastelli, welche in Coburg, Gotha und Osterstein thätig waren, oder Cavermi und seinen Genossen, welche in Eisenberg genannt werden. Den Decken in letzterem Schloss, wie auch in Allstedt ist die hiesige Decke stilverwandt, nur noch feiner. Leider ist das westliche Stück (wahr- scheinlich um 1856) abgefallen und von da aus fortschreitende Zerstörung der sonst sehr gut erhaltenen (wenn auch dick überweissten) Decke zu befürchten. Sie ist durch einen mittleren, von classischen Profilen eingefassten, mit Blättern und Blumen verzierten Längsbalken in zwei Abtheilungen getheilt, jede Abtheilung in drei Felder der Lange nach, von denen das Mittelfeld jedesmal oval ist, die Felder östlich und-westlich den Umriss: Ü haben. Die Umrahmungen werden durch Kränze von Blumen und Früchten zwischen fein classischen Protilirungen gebildet, die eingebogenen Ecken der Achtccke durch Muscheln ausgefüllt. Die in üblicher Weise spangenartigen Verbindungen bezw. Cartouchen zwischen den grossen Feldern unter einander und mit den Wänden bezw. dem Mittelbalken sind mit entzückenden einzelnen oder gepaarten Engelsköpfen gefüllt; zu den Seiten der die Felder unter einander verbindenden Spangenwerke sitzen anmuthige