Liebenstein. LIEBENSTEIN, Schloss, Burg. 169 an den ostfriesländ. Hofjunker Traugott v. Köckritz. 1746 wurde das Rittergut mit den dazu gehörigen Dörfern und Gerichten an den württembergischen Staatsminister und Erbobermarschall Heinr. Röder v. Geschwende verkauft, der auch den Köckritzschen Antheil dazu erwarb. Später kaufte Oberstlieutenant Joh. v. Witz- leben das Gut zurück ("l 1810). Nach dem Tode seines ohne männliche Erben gestorbenen Sohnes Emil 1820 iiel der Besitz an den Herzog von Gotha-Altenburg, ward von diesem dem Oberschenk Julius v. Wangenheim gegeben, von letzterem dem Oberhofmarschall Grafen Heinr. v. Salisch zu Gotha verkauft, bald darauf von ihm an die Herzogliche Kammer. Von dieser wurde in den Jahren 1835-1837 das Gut zerschlagen und verkauft. Das jetzige Schloss dient jetzt für die Zwecke des Amtsgerichtes (1841 oben als Herzogliches Jagdquartier). Es ist wohl Bau aus der Zeit der Uebernahme durch Röder v. Geschwende 1746 und hat einen Grund- riss der Form: I") , mit der langen, neunfenstrigen Front nach der Strasse hin; der Mitteltheil des dreifenstrigen Mittelflügels springt als Risalit nach der Strasse, wie nach dem Hof hin vor. Das aus Erdgeschoss und Obergeschoss bestehende Gebäude ist im Aeusseren schlicht. Der Mittelbau ist nach der Strasse hin durch Putz-Pilaster getheilt, nach der Strasse und dem Hof hin mit Flachbogen-Fenstern versehen, mit einem Dreieck-Giebel bekrönt, darin zwei gegen einander gekehrte, jetzt leere Cartouchenschilder unter einem Baldachin im späten Regentschaftsstil. Die Fenster an den Ecken des 1. Obergeschosses an der Strassenfront sind eben- falls ilachbogig, alle übrigen rechteckig. An der Strassenfront im Erdgeschoss links eine Thorfahrt mit Ueberdeckung: KT. Der jetzige Eingang in das Schloss ge- schieht durch eine erneuerte Thür an der linken Seite des Hof-Risalites. Treppen- haus mit hölzernen Rundbogen-Stellungen; Decke mit jetzt leeren Feldern. Im 1. Obergeschoss ist der nach vorn belegene, frühere Hauptsaal jetzt in ein Sitzungs- zimmer und eine Schreiberstube getheilt. Hier sind noch die alten Stuck-Verzierungen erhalten, welche in Roccoco ausgeführt sind Ornamentale Relief-Verzierungen (in der Schreiberstube auch ein Reiher) bilden die Wandfüllungen, Felder-Umrahmungen (Sopraporten) über den Thüren, an den beiden Ofen- g Nischen und an der Decke. Diese ist als Spiegelgewölbe gedacht, im so: Ä umrahmten Mittelfeld gefüllt mit einer reichen Rosette und umgebenden Umrahmungsmotiven, in welche besäumte Streifen mit Knöpfchen-Verzierung (wie Metallplatten-Nachahmung) rings- um vertheilt und von Cartouchen unterbrochen sind; in den Vouten mit zierlichen Ornamenten belebt. Alles ist zart und fein stuckirt gewesen, bei reizvoller Er- fmdung etwas mager ausgeführt. (Jetzt sind im Sitzungszimmer die Wände grau- blau, das Gesims gelblich, die Decke weiss gestrichen, in der Schreiberstube die Wände hellgrau, das Gesims gelblich, die Decke weissgrau, was sich besser aus- nimmt.) Beck, s. 459 f. Hatham, s. 27. Brunnentrog, halbkugelig. am Platz bei dem Postgebäude, 3.118 dem Jahrhundert, Burg-Ruine. Die Burg der Grafen von Schwarzburg, dann der Landgrafen von Thüringen (s. geschichtl. Einleit.) ward 1434 von Kurfürst Friedrich an Ritter Heinrich v. Witzleben in Tausch gegeben, dem Begründer der Zweiglinie Witzleben- Liebenstein (mit Frankenhain und Rippersroda). Sie wurde später aufgegeben, da die v. Witzleben in das unten im Ort befindliche Schloss zogen, und verfiel. Doch