UETTERODA, Kirche. Eisen ach. Uetteroda, Kirchdorf mit 48 Wohnhäusern und 267 (1827 211) Einwohnern, Filial von Madelungen, nordöstlich von diesem auf der Höhe liegend, zum ehe- maligen Amt (Irenzburg gehörig, 8 km nordnordwestlich von Eisenach. Geschichtliche Nachrichten. Aus dem kleinen Dorfe stammt das Ge- schlecht v. Uetterodt (Utenrorle), 1276 wird Hermann. v. Utenrod genannt, Welcher Land in Goldbach erwarb. Ihren Besitz in Uetteroda verkaufte die Familie 1364 dem Nonnenkloster in (lreuzburg, und zwar übertrug Konrad r. Vtenrode "dem Propste Heymbrod v. Boyneburgk, dem Kloster ' St. Jakob und dem Gotteshause alles Recht, das er zu Uetteroda im Dorf, in Holz, Feld u. s. w. {IQ hatte", und behielt sich nur Geld zu Erbzins 2 s; und das Vogtrecht vor. 1378 hat das Kloster F f 1. zu Creuzburg und der Hof uterodc Abgaben an z die Vogtei des Schlosses (Jreuzburg zu zahlen. ä Auch 1349f5O zählt das Gericht in Uetteroda schon M? zu den Zugehörungen Creuzburgs und ist somit landgrafliches Lehen. i i Das alte Freigut neben der Kirche steht wahrscheinlich auf der Stelle, wo die Uetterodts Z1 i, " ihr Stammhaus hatten. J 1569H72 wurde die ehemalige Kirche ge- baut. Vorher gingen die Bewohner nach Made- lungen zur Kirche. Litteratur: HuStA. Weimar F 955. Kron- f eld, Landesk. II, S. 348. Lippert u. Beschorner, Lchnbuch Friedrichs a. so. 1349150, s. 181. am, Ztschr. f. thiir. Gesch. 4. S. 409. v. Wangenheim, Reg Um H- H- S Die Kirche, auf der höchsten Stelle des Dorfes, ist ein sehr bescheidener Bau aus dem Jahre 1720. Die Zahl steht über der Thür an Taufstein von 1701 i" Uetteroda- der Westseite. Das Aeussere des Gebäudes ist fast schmucklos, Ost- und Westgiebel sind aus Fachwerk. Der Th urm ist ein niedriger, achteckiger Dachreiter mit Schweif kuppel, der auf die Westseite des Kirchendaches aufgesetzt ist. Auch das Innere ist kunstlos. Der Raum ist 12,4 m lang und 6,6 m breit. An drei Seiten stehen eingeschossige Emporen auf vierkantigen, hölzernen Pfeilern. Auf die Vorder- wand der Emporen sind Farbendruck-Bilder aufgeklebt. Der ganze Raum ist mit einem halbkreisförmigen Tonnengewölbe überdeckt. Die Kanzel aus Holz steht hinter dem Altar in der Mittellinie der Kirche; das Brüstungsgelander ist an den Ecken mit Hermenpfeilern verziert; auf die Füllungen sind Farbendruck-Bilder aufgeklebt. Der Taufstein aus dem Jahre 1701 hat die Form eines schlanken Kelches. Am Beckenstein vier geüügelte Engelsköpfe und die Jahreszahl 1701. Der Fuss ist mit Akanthusblattern verziert. (Abbildung auf dieser Seite.)