Eisenach. HEILIGENSTEIN, Kirche. 463 Im Bauernkrieg wurde es ausgeraubt und verwüstet, aber der Prior Zimmer- mann blieb als evangelischer Prediger und verwaltete die Pfarre in Weissenborn und Seebach bis zu seinem Tode 1561. Er und seine Nachfolger wohnten in dem ausgebesserten Kloster. Ein Pfarrhaus wollten die Bauern nicht bauen, deshalb gab Herzog Johann Ernst 1615 dem Pfarrer eine Dienstwohnung im Dorfe Thal. Das Kloster wurde Kammergut und nach dem dreissigjährigen Kriege an die Uetterodts auf Scharfenberg verkauft. Um 1740 erwarben es die Burggrafen von Kirchberg in Farnroda. Nach der Auflösung dieser Herrschaft 1799 wechselte das Gut rasch seine Besitzer, und etwa 1864 wurde es zerschlagen. An die Stelle der verfallenen Klostergebaude trat die Brauerei und Wirthschaft, die unter dem 43.. Namen Heiligenstein bekannt ist. 33,; Dieser Name kam vorher einem etwas x erhöht stehenden Hause in nächster Nähe der Kirche zu, an dessen Stelle wohl ehemals ein Heiligenhäuschen oder ein Bild stand Die Kirche 1st zugleich Pfarrkirche 1 berg und Kloster Weissenborn, Ztschr. f. thüring. Gesch. 6, S. 287 ff. H_ H_ Die Kirche. Die Kirche des ehemaligen Klo ste rs ist in ihren Hauptmauern erhalten. Es ist ein gothi- scher Bau, dessen schmale, spitzbogige f Fenster zum Theil noch die alten sind. Von der Kirche des Mittelalters stehen allerdings nur noch die schmucklosen Aussenmauern. Das Innere ist durch die (wahrscheinlich im Jahre 1632 eihge- bauten) Emporeu vollständig verändert ' 1 und hat dadurch in der Hauptsache den Ä. Charakter eines protestantischen Gottes- I, hauses des 17. Jahrhunderts erhalten. "Ä Die Kirche hat die Form eines recht- eckigen Saales, der auch an der Ostseite, h- wo der Altar steht, rechteckig abge- Grabstein eines Ritters schlossen ist. Diese geradlinige Form in der Kirche zu Heiligenstein. des Chorabschlusses stammt aus der Zeit 1420- der Erbauung der Klosterkirche. Das be- weisen die drei schmalen, alten, spitzbogigen Fenster in der Ostmauer. Der Chor hat demnach dieselbe Form wie der Chor der beiden grossen ehemaligen Ordens- kirchen in dem nahe gelegenen Eisenach, die Predigerkirche und die Franziskaner-