438 ETTERwvINnEN. FARNRODA. Eisenach. Eltethal begütert waren. Später wurde er aber von den Landesherren erkauft; wann, ist unbekannt (1734 hiess es: in alter Zeit). 1639 waren im Ort 16 Männer übrig geblieben, 1800 hatte der Ort 48 Häuser, 1827 233 Einwohner. In alten Zeiten. sollen die Etterwinder Bergbau auf Eisen getrieben haben, 1770 War nur Viehzucht im Ort. An der alten Verkehrsstrasse (Schmalkalder Strasse, Wein- strasse) liegend, waren die Bewohner meist Anspanner, freilich besassen sie 1800 noch kein einziges Pferd, nur Rinder geringer Qualität. Der Herrschaft hatten sie Frohnen, Hand- und Spanndienste zu leisten. 1800 hatte der Ort Kirche und Schule. Seit wann eine Kirche im Ort war, ist nicht bekannt, in katholischer Zeit War wohl noch keine vorhanden. An der Stelle, Wo die Weinstrasse ins Eltethal herniedersteigt, liegt seit uralter Zeit Taubenellen. 1269 wies Landgraf Albrecht dem Johanniskloster bei Eisenach alle Güter in Tobenellende zu, und bis zur Reformation bekamen die Mönche Lasszins von Etterwinden und den Wiesen in Taubenellen. Um 1400 ist der Ort toubyn elne, um 1500 Tauben Ele genannt. Auch Taubenellen hatte zum Ringelstein gehört, und 1444 wurde Titzmann v. Weberstedt von den wettinischen Fürsten damit belehnt. In der Nähe der Taubenellener Mühle kommen noch heute vor die Bezeichnungen "Kirchlinde", die noch steht, und "Kirchwiese" am Alten- steiner Weg. Litteratur: Hertel in Bau- u. Kunstdenkmäler XXXV, S. 116. HuStA. Weimar F 881; Amtsbeschr. v. 1754. Lippert u. Beschorner, Lehnb. 1349[50, S. 176. Rein, Ztschr. f. thür. Gesch. 3, S. 177; 4, S. 196; 5, S. 274. Frhrl. v. Rotenhansches Privatarchiv. Storch S. 79. 82. Storch, Forst- u. Jagdwesen, S. 18. H_ H_ Die Kirche ist ein schlichter Bau in den antikisirenden Formen der Schule Schinkels aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Auf der Wetterfahne steht die Jahreszahl 1843. Künstlerisch von Interesse ist die Form des Taufgestells aus Holz, ebenfalls mit antikisirenden Ornamenten. Abendmahlsgeräthe: Kelch, Silber, von 1660, mit sechspassförmigem Fuss und der Inschrift: Jesus. Höhe 0,21 m. Ein stattlicherer Fachwerkbau ist das Haus Nr. 36 (Abbildung s. 437). Die steinernen Pfosten des Hofthores tragen die in den Dörfern der Umgegend häufig wiederkehrenden Verzierungen. Jahreszahl 17.93. Ueber der Hausthür steht der Spruch: Was steht ihr hier und schaut es an Sperrt auf die bösen Meuler. Ich hab gebaut wie wzirs gefällt Hat mich gekost mein schön Stück Geld. Farnroda, Pfarrdorf mit 234 Wohnhäusern und 1620 Einwohnern (1827 624) und einem Rittergut, 711., km südöstlich von Eisenach, am Erbstrom, dessen eigent- licher Name W uta war. Geschichtliche Nachrichten. Das Dorf war wenigstens schon im- 13; Jahrhundert Eigenthum der L an dgrafen, stand aber anscheinend ursprünglich 1620 Einwohnern (1827 624) am Erbstrom, dessen eigent-