3 Weimar. i EINLEITUNG. BALLSTEDT. 203 verschont, welche der andere Theil erlitt. Es erfreute sich auch der fortgesetzten Reihenfolge seiner Herrscherfamilie (nur vorübergehend peinlich beschränkt durch die Vormundschaft des Kurfürsten August von Sachsen 1573-86) bis auf den heutigen Tag, und lernen wir dreimal fürstliche Wittwen (Dorothea Susanna, T 1592, Dorothea Maria, T 1617, und Anna Amalia, i" 1807) hochschätzen. Als Johann Wilhelms Nachkommen 1603 theilten, erhielt der jüngere Sohn, Johann III., das weimarische Land und damit im Grossen und Ganzen das heutige Grossherzogthum (nebst dem östlichsten Theil des Herzogthums Gotha). Auf ihn folgten im Weimarischen erst sein ältester, dann sein zweiter Sohn und dann dessen Enkel und Nachkommen, und, abgesehen von einigen Gebietsabzweigungen innerhalb der Familie im 17. Jahr- hundert (MarkSllhl, Eisenach, Jena), welche aber im 17 und 18. Jahrhundert durch Aussterben sich wieder mit dem Stammland vereinigten, ist, einzig unter den Staaten Thüringens, sowohl die direkte Nachfolge, als auch der unveränderte Besitz- stand geblieben. 1815 erhielt Weimar einen Länderzuwachs, und das Herzogthum wurde zum Grossherzogthum erhoben. Bnrkhardt, Stammtafel d. Ernestin. Linien 1885, darin Uebersichten der Landestheilungen. Franko, Das Rote Buch von Weimar (Thün-sächs. Gesch-Bibl. II), 1891; dazu Bespr. v. Doben- ecker, in Thüring. Vereins-Zeitschr. 1891 (N. F. VII), S. 576 f. Karten (5) der Sachsen-Ernestini- sehen Landestheilungen, herausgegeben vom Landes-Indnstrie-Comptoir in Weimar. Kronfeld, Landeskunde. Rein, in Thüring. Vereins-Zeitschr. 1865 S. 1-31, Bericht. Stammtafel d. Gr. v. Weimar-Orlamünde. Rein, Thuringia sacra ö. Schumann, Landeskunde. Schumann, Lexikon. Tutzschmann, Atlas zur Geschichte der sächs. Länder mit Erläuterungen. G. A. (de) Wette, Histor. Nachrichten von der berühmten Residenzstadt Weimar I, 1737; II, 1'739. S. 811011 Literatur der Stadt Weimar und zur Einleitung von Allstedt etc. Ballstedt, 12,55 (11112) km nordwestlich von Weimar; (Baldolfestete; Dronke, Trad. fu1d., S. 38), um 1381 Baldestete, 1404 Baldinstete, gehörte in seinen ver- schiedenen Theilen verschiedenen Herren, so 1419 Güter dem erfurter Marienstiftx; andere Güter meist den Besitzern von Neurnark, darunter am bemerkenswerthesten seit dem 14. Jahrhundert die Familie Rapp i", im 17. Jahrhundert die von Riedesel zu N eumark. Der Ort wurde 1637 von kaiserlichen Soldaten eingeäschert. O. Franke. Das Rote Buch von Weimar. S. 143. Kronfeld, Landeskunde II, S. 128. 150 "i. Martin, in Thüring. Vereins-Zeitschr. N. F. V, S. 135 (um 1381). v. Tettau, in Erfurter Gesch- Ven-Mitth. XIII, S. 146. Werneburg, in Erfurter Akad. Jahrb. 1884, S. 47. Kirche. Der östlich in drei Seiten geschlossene, für Chor und Langhaus gemeinschaftliche, 15,4 m lange, 6,7 m breite Raum ist gothischer Anlage, wovon noch aussen an der Ostseite Spuren von zwei Fenstern mit dem Sturz: [Jx] sichtbar. Im Uebrigen schlichter Bau [an Stelle eines 1687 ausgebrannten, dürftig wiederhergestellten], 1700 gebaut, 1888 zuletzt restaurirt, im Innern freundlich. Tonnenförmige Holzdecke; Fenster regelmässig, rundbogig; Thür auf der Südseite, rechteckig. Auf der Westseite Dachreiter mit Schweifkuppel, Tabernakel, Kuppel. Kronfeld a. a. O.