AUBREY BEARDSLEY 49 über. Wenn der lnhalt seiner Kunst auch noch un- gefähr der gleiche war. Zwar war er nicht mehr die Idee der Sünde. Sie schien aufgezehrt. Es war das Geschlecht, das nun gesund, von Blatt zu Blatt gesundet. Und nicht mehr abstrakt, nicht mehr als Symbol, vielmehr vom Leben durchdrungen. Und wie dieser Inhalt, so auch die Form. Die Technik. Und ein neuer Typus tritt auf. Erst leise und zagend in den Maupin-Blät- tern. Dann deutlich und voll in „The lady with the Rose". Halb Orient, halb 1860. Das grosse volle Auge fällt auf, die nicht mehr in Sünde, die in reifer Lust geschwollenen Lippen, der nicht mehr kranke, der gesund verlangende üppige Körper. Wenn auch das Verlangen noch mehr wie alltäglich ist. Daher das Orientalische. In „The lady with the monkey" steht der Typus voll und reif da. Was soll der Affe? noch immer der Mann? ist es die orientalische Auffassung des regierenden Weibes. Das Weib ist üppig, doch ohne Sünde. Die Lüste seines Körpers scheinen nicht mehr Selbstzweck, sondern Mittel. Seine Brüste milchen wieder. Sind nicht mehr ein Gegenstand steriler Lust. Ein Symbol segen- bringender Fruchtbarkeit ist dies Weib, eine