44 Grenzt bei einem beleuchteten Körper eine dunkle Fläche unmittelbar an eine hellere, so erscheint die Hellig- keit der letzteren ebenso zuzunehmen, wie die Dunkelheit der ersteren. Diese Erscheinung beruht auf der Gegen- satzwirkung oder dem Kontrast. Ist der Hintergrund eines Körpers eine gleichmässige Flache, so tritt uns auch hier diese Erscheinung deutlich entgegen. Bei der Darstellung ist daher der Hintergrund auf der linken Seite wo er mit den Lichtflächen zusammen- stösst, stets dunkler zu halten als rechts, wo er an die Schatten grenzt. Was die technische Art der Darstellung der Schatten beim Körperzeichnen anbetrifft, so wird die zu schattierende Flache am besten mit gleichmassigen Strichlagen überzogen, die dazwischen liegenden hellen Punkte ausgeglichen und der Ton mit trockenem Finger angewischt. Die dunklen Flecke sind mit Brot abzutupfen und der Schatten- ton wiederholt mit gleichmassiger Strichlage zu überarbeiten, bis ein reiner Ton erzielt ist, Wobei Reilex- und Kontrast- wirkungen besonders zu berücksichtigen sind. Die Schüler sind davor zu warnen, gleich mit zu dunklen Tönen zu beginnen. Es darf das Darstellungsmittel des tiefsten Schattens nicht zu früh ausgegeben werden. Die Konturen einer Schattendäche sollen niemals als Linien sichtbar sein, sondern mit dem Tone vermittelt werden. Als Darstellungsmittel eignet sich auf der ersten Stufe des Körperzeichnens am besten das einfachste Zeichen- material, das auch im praktischen Leben fast ausschliesslich zur Hand ist, ein mittelweicher Bleistift. Als Zeichenpapier ist weisses französisches Handpapier in Blöcken zu empfehlen. Die Anlage reiner Töne ist darauf in ver- haltnismässig kurzer Zeit zu erreichen. Im Schulzeichnen muss die Technik einfach und leicht sein und möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen. Es