149 Abgesehen davon, dass die Proportionen seines Skelettes viel zu wünschen übrig liessen, (lass er zu untersetzt gebaut war, machte es einen schlechten Eindruck, wie die ciünne, fettlose Haut über die ungeheuren Muskeln hinge- zogen war, und wie die letzteren bei der Action als unförmige Knollen und Stränge hervortraten und sich zwischen ihnen tiefe Furchen scharf einschnitten. Nur durch eine leichte Fetthülle wird diese Erscheinung gemildert und entstehen die harmonischen FOFIIICH, wie wir sie an den Götter, Heroen- und Athleten-Gestalten kennen, welche uns das Alterthum hinterlassen hat. Die Gestalt aber, Welche das Fett den Körperformen gibt, äindert sich mit dem Lebensalter. Der Fettreichthum des Kindes schwindet in der Regel in den Jahren des raschen Wachsthums, so dass nach vollendeter Geschlechts- Entiviclcelung der Körper in der Regel fettarm ist._W0 sich grössere Fettmengen finden, sind sie zumeist am Rumpf, am Bauch, an den Hinter-backen, zum Theil auch an der Brust und an den Oberschenkeln angehäuft. Fett- arm bei beiden Geschlechtern sind die Arme, die namentlich bei Weibern spatcr oft einen bedeutenden Fettreichthum anhäufen. Ob der dicke Oberarm lediglich von den fort- schreitenden Jahren abhängt, oder auch von den Ver- änderungen, welche Schwangerschaft und Geburt mit sich bringen, wage ich nicht zu sagen. Sicher ist, dass man ihn häufiger an Frauen sieht als an alternden Mädchen. Wenn, was, wie Jedermann weiss, keineswegs immer der Fall ist, das Fett nach den Blüthejahren schwindet, so schwindet es in der Regel zuerst im Gesicht, an den lländen, den Armen, den Hinterbacken und an den Ober- schenkeln, dann an den Unterschenkeln und zuletzt am Rumpfe. Auf dem Bauche haben oft abgemagerte Greise noch starke Fettpolster. Der vierte und letzte gestaltende Factor ist die Haut. Man rühmt immer die Schönheit einer feinen Haut, der Künstler hat aber nicht sowohl eine feine als eine elastische