ERLÄUTERUNGEN ZU 43 Unöekannler Meisler der Nachfolge des Pkzdias. Allixrlze Kunsl. [llarmarne Graärtele der flqgera. Innerhalb einer ädicularen Umrahmung von einfachster Pilaster- und Giebelbildung sitzt eine junge Frauengestalt auf einem Sessel, die Füsse auf einen Schemel stützend. Sie hält in sinnender Betrachtung in beiden Händen eine (einst teilweise lediglich gemalte) Perlenschnur, die sie einem Kästchen entnommen, welches ein vor ihr stehendes Mädchen in Haarhatibe und Aermelchiton darreicht. Auf dem Fries des Giebelchens befindet sich der Namen der Verstorbenen: Hegeso, 'l'0chter des Proxenos. Die Kunst zeigt eine gewisse Abhängigkeit von jener des Pzirthenonfrieses, somit von der Werkstatt des Phidias. 1870 vor dem Dipylon in Athen gefunden. (Vergl. A. Conze, Attische Grabreliefs. Taf. 30. Friederichs-XVolters, Gipsabgüsse antiker Bildwerke 1885. Nr. 1030.) Pentelisclier "Marmor, 1,65 in hoch, 0,98 H1 breit. 44 Uzzäekazznler Mezkter aus der [Vaelzfogre des Praxzleles, ßrozzzeslzzluetle de: Dizmjlrnr. Die jugendliche Gestalt neigt das reichgclockte Haupt stark nach vorn und richtet den Blick auf einen unmittelbar zu ihren Füssen anzunehmenden, auf unserer Bronzereplik weg- gelassenen Gegenstand. dem es mit dein erhobenen Zeige- tinger der Rechten gebietet, während auch der auf die Ferse gestützte linke Fuss sich damit zu beschäftigen scheint. Macht schon die Nebyis und der Reichtum der Sandalen neben dem Charakter des Kopfes und Körpers die Bezieh- ung der Figur auf den jugendlichen Dionysos, statt der landläufigen Bezeichnung als Narziss. des Geliebten der Echo, zweifellos, so deutet auch das Motiv der Darstellung sicher auf das Scherzen init einem zu Füssen des Gottes befindlichen Tiere, wohl eines auch sonst als Begleiter und Spielgenoss des Dionysos erscheinenden jungen Panthers. vAus Pompeji. Museo Nuzionale in Neapel. Bronze, 0,55 m hoch. 45 Gzbyannj P2555720, f nur]: 1328. AZI-Tuskanzlvclie Kunst. Äfnr- marrelizf der Anbeiung der Ääßzzge. Die Scene ; der unter Führung eines Engels zur .5 da", Äly" Anbetung des Kin- d i des sichhnahenden _i Q1 Könige erscheint L v.ß hierverhunden mit ii-i- Ci-iiir 2351i "m im Vorder" W grunde gegebenen Episoden, nämlich 11'; 15, links den am Kö- .I x, h; nigen, wglghg im "f a; Sclllilafc (11? Bot- r? v - i ijiff, sC alt emian en a nicht mdhr g zii Herodes zurück- V i" f? iVÄ zukehren, rechts q T. dein "schlafenden VIIÄ , 9 {i 5 Joseph, welcher "r-rsi-Läj T. gleichfalls durch "üäj einen Engel den f Im. Auftrag erhalt, f? im? M5! nach Aegyptcn zu fliehen. Von den beiden Eckfiguren wird unter der filsjn v2.4 'I linksseitigen David mit Beziehungen a. msyiiirtv. lilmzl! w; s. Andrea zu Pixlnjrz. auf die Genßalogie Christi vermutet. die linksseitige ist Jeremhs. Eine der fünf Brüstungsseiten der links unten abgebildeten Marmorkanzel von Andrea zu Pistoja, deren Urheber und Entstehungszeit (1301), in den unterhalb der Reliefs angebrachten Hexa- metern verzeichnet sind: Lande dei trini rem ceptarn copulo fini Cure presentis sub primo mille tricentis Sculpsit Johannes qui res non egit inanes Nicholi natus Sensia meliore beatus Quem genuit Pisa doctum super omnia visa. 46 6762265 SZZIÄZV, f 1404] 5. NiederländischJuzgzznziiseke Selzule. Steinjigur- der Propkelen Zaeharias vom Zlllasesbrzznzzen. Der greise Prophet, über der Kapuze die tiaraartige Priester- mütze und über dem langen Unterkleid eine Dalmatica tragend, steht gebeugten Hauptes und hält in der Rechten die Rohrfeder, in der Linken Schreibzeug und Spruchband, auf welchem die in Farbe geschriebenen Worte: Appenderuirt mercedem meam triginta argenteos (Zach. c. XI. v. I2). Die zweite von den sechs Prophetengestalten, von welchen Moses in Tafel 39 gegeben worden ist, und die übrigen David, Jeremias, Daniel und Isaias darstellen. Vergl. die geschicht- lichen Nachrichten zu Nr. 39. In der Irrenanstalt bei Dijon (vormals Karthäuserkloster von Champmol). Steintigtrr, lebensgross. 47 Larenzo Gkzöerlz, 1373-1455. Florentiner blinde. Bronze- relieffv der Anbetung der ÄÜinILge und der Vertreiäung der fliindler (zur dem Yälzzpel. Die drei Könige der ersten im Vierpass umrahmten Thür- füllung erscheinen mit dem sich hinter ihnen drängenden Gefolge vor der rechts mit dem Kinde und dem h. Joseph in einem Renaissance-Tabernakel sitzenden Maria. Die zweite Thürftillung giebt die Austreibung der Händler aus dem durch eine Pfeiler-halle angedeuteten Tempelhof, wobei sich die Händler beider Geschlechter in dichtem Knäuel über einen zu Boden Geworfenen drängen, während Christus in der erhobenen Rechten den (jetzt verschwundenen) Strick schwingt. Von der Nordthüre des Baptisteritims von Florenz, 1403-1424 ausgeführt. Bronze, 0,40 cm hoch und breit. 48 Unöekamzter Meisier vom Anfang des 16, Ylzrlz. Nilrzzbewgrer Srlzule. Holzstatzze der srlzznerzlzaßevz lllaria. Die in das matronale Kinn- und Kopftuch und in einen vorne geschlossenen Mantel über langem Unterkleide gehüllte Gestalt zeigt zwar keinen tieferen Schmerzausdrtlck im Ge- sichte, lässt aber durch die gerungenen Hände nicht zweifeln, dass es sich hier um die klagende Maria handelt, welche unter dem Kreuze stehend zu demselben aufblickt. Ob die Gruppe selbst zur Ausführung kam, ist zweifelhaft, es ist auch die schmerzhafte Maria als Einzelfigur nicht selten. Unver- kennbar ist, dass die Figur künstlerisch fernab von dem knitterigen Holzstil des Veit Stoss, wie von der den Schnitz- stil in Stein übertragenden Art des Ad. Krafft steht, und eher an den Gussstil gemahnt, auf welchen auch der patinaartige grüne Anstrich, der sich als alt erwiesen-hat, hinweist. Doch hat erst G. v. Bezold (xDer Meister der Nürnberger Madonna: Mitteilungen des Germ. Nat. Mus. 1896 p. 29) ausgeführt, dass das WVerk, in seiner Art unter den Holz- skulpturen ganz vereinzelt, möglicherweise von Peter Vischer öder einem seiner Söhne herrühren könne. Da aber Holz- schnitzarbeiten aus der Vischerschen Werkstatt nicht vor- liegen und anderseits die auffallende Schlankheit der Gestalt selbst über jene der späteren Zeit P. Vischers hinausgeht, haben wir es vorgezogen, den „Unbel;annten Meister" V01- lätrFig zu belassen. Im German. Museum zu Nürnberg. Holz, 1,52 m. Slvzlptnrcuscluziz