24 Lichtstrahlen, sondern je nach den Mischungsverhältnissen Schwarz, und alle Nüancierungen von Braun und Grau werden ebenfalls dadurch gebildet. Im gebrochenen Sonnenlicht sind die farbigen Strahlen nicht in gleicher Menge verteilt. Blau nimmt den grössteu Raum ein; darnach folgt Rot und zuletzt Gelb. Genau in demselben Verhältnisse ge- mischt geben unsere Farbenpigmente Schwarz und durch Veränderung des Mischungsverhaltnisses Braun und Grau in den verschiedensten Farbenniiancen. Allerdings wirken zuweilen die chemischen Bestandteile der Farben, namentlich bei Oelfarben, dieser Theorie entgegen; deshalb möge man sich bei Versuchen, ob das hier Gesagte auch richtig sei, der Aquarellfarben bedienen, und zwar am besten des Preussisch-Blau. Karmin und Indischgelb. Diese Farben zeigen keine das Experiment störende chemischen Eigenschaften; ein angestellter Versuch wird den erwünschten Beweis liefern. Nach dieser kleinen Abschweifung, welche indess zum Verständnis sehr vieler Erscheinungen nötig war, kehren wir zu unserem Haupt- thema zurück. Wir wollen annehmen, in einem Zimmer befinden sich an den Fenstern rote Vorhänge. Durch das hineinscheinende Sonnenlicht wird dasRot derselben ausserordentlich feurig und brillant. Da zeigt sich deutlich die Eigenschaft des Auges, sich die er- gänzende Farbe selbst zu bilden, denn alle Schattenpartieen in der Nähe des roten Vorhangs erscheinen entschieden grün, ja selbst noch in ziemlicher Entfernung ist dieser grünliche Schein bemerkbar, und dies um so mehr, als das Tden roten Stoff durchdringende Sonnenlicht auch die Gegenstände im Zimmer mehr oder weniger rosig beleuchtet. S0 zeigen nach demselben Masse die nicht von diesem roten Licht getroffenen Seiten derselben eine mehr oder weniger grünliche Färbung. Auch bei den Lichterscheinungen im Freien spielen die komple-