Buch. Zweiundzwanzigstes beide als Hauptvertreter des zwischen dem florentinischen und sienesischen in der Mitte stehenden Pisaner Stils erklärt. Da uns keine beglaubigten Werke Buffalmacds bekannt sind, so ist über dessen Antheil an den Fresken des Camposanto nicht ernsthaft zu verhandeln, und es entscheidet sich also Thode für die Meinung: der Meister, welcher die Auferstehung Christi, die Erscheinung vor den zwölf Jüngern, die Himmelfahrt, den Triumph des Todes, das jüngste Gericht, die Hölle und das Leben der Eremiten im Oamposanto gemalt hat und dem auch die kleine Kreuzigung in der Akademie zuzuschreiben ist, ist ein mit Traini gleichzeitiger Pisaner Künstler. In Italien ist diese Hypothese neuestens durch Supino übernommen worden, welcher geneigt scheint, Traini selbst an der Ausführung der fraglichen Bilder betheiligt zu denken. Aber Traini, der 1345 schon todt war, kann kaum in Beziehung zu dem Trionfo gebracht werden, der doch so gut wie sicher erst nach 1348 gemalt wurde; und wenn anderseits Supino selbst zugestehen muss, dass die bisher Orcagna zugeschriebenen Compositionen nichts Florentinisches aufweisen (S. 34), wie sollen sie einer Schule angehören, deren Wesen als eine Mischung des Floren- tinischen und Sienesischen angegeben wird? (S. 59 f.) Es kommt hinzu, dass der völlige Abgang jeder urkundlichen Nachricht über Heimat, Erziehung, Lehrzeit des Francesco Traini die Frage durchaus offen lässt, 0b Traini nicht ganz der florentinischen Schule angehört. Jedenfalls fehlt jeder Anhalt, um aus ihm den Repräsentanten einer specilisch pisanischen Malerschule zu machen, für deren Existenz man sich vergebens nach Beweisen umsieht. Einen festen Boden kann die Untersuchung über die Autorschaft der uns hier beschäftigenden Bilder doch nur dadurch gewinnen, dass das in den Archiven Pisa's erhaltene urkundliche Material, namentlich die Rechnungen für die Ausgaben am Camposanto gründlich erforscht werden. Zur Stunde kann als gesichertes Resultat der bisher angestellten Nachforschungen in dieser Rich- -tung nur folgendes herausgestellt werden: 1. Von den durch Trenta aus den Urkunden mitgetheilten Namen könnten für die in Rede stehenden Gemälde allenfalls in Betracht kommen: Niccolo, der 1371 als zlictator, ivwentor und scriptor bezeichnet wird und als einer der Männer anzusehen sein dürfte, auf welchen wol gewisse, aber nicht die ältesten Compositionen des Camposanto zurückgehen. 2. Paolo di Giunta und Neruccio di Federigo, die mit Giovanni del Mosca hier malten. 3. Benedetto di Michele, von dem 1349 gemeldet wird, dass er pnurellas in campo sanctd gemalt habe 1. Letzterer hätte am meisten Anspruch, als der Meister des Trionfo della morte zu gelten, den wir unmittelbar nach dem grossen Sterbent 1348 ansetzen zu müssen glauben. Dabei bleibt freilich unerklärt, wie der Urheber eines so hervorragenden Kunst- werkes so wenig Aufsehen gemacht und so geringen Ruhm gewonnen haben sollte, dass sein Name in der Zeitgeschichte völlig verklungen und von keinem Chronisten verzeichnet worden wäre. 4. In den Archiven Pisa's ist bis jetzt weder der Name Buffalmacds noch derjenige Orcagnas oder der Lorenzetti ' TRENTA L'Inferno 1x20. 32. 37. 38. 41. -Ders., Alcune Osservaz. p. 21. Zu bedauern ist, dass SUPINQ gerade die letztere Notiz von 1349 gar nicht in Betracht gezogen hat. Jedenfalls wäre der Spur der hier genannten Künstler seitens der Localforschung näher nachzugehen. Neuestens hat L. SIMONESGHI (Notizie e questioxli intorno a Francesco Traini, Pisa 1898) den Nachweis unternommen, dass Traini kein Schüler des Orcagna und wol als Pisaner anzusehen sei, da seine Hei- mat nicht dem Gebrauche nach bei dem Namen angegeben werde. Er hält ihn für einen Schüler Simonds di Martina, der 1320 in Pisa das Gemälde für den Hochaltar von S. Caterina schuf.