17 (Fig. 1-6) Sitzbeinhöcker (Sitzknorren, Tuber ischiadicum). Er tritt plastisch beim lebenden Tiere hervor, da der nur von der Haut bedeckt ist. 18 (Fig. 2, 4 u. 6) Oberschenkelbein (Os femoris). Es ist ganz von Muskeln umlagert (vgl. Fig. 1, 3 u. 5); nur sein 19 (Fig. 2, 4 u. 6) großer Umdreher (großer Rollhügel, Trochanter major) bildet einen plastischen Skelettpunkt und bedingt beim lebenden Tier eine flachrundliche Erhöhung, obgleich Mus- kulatur über ihn hinwegzieht (vgl. 19 in Fig. 1, 3 u. 5). 20 (Fig. 2, 4 u. 6) Knisscheibe (Patelia). Sie hebt sich ebenfalls äußerlich durch die Muskulatur (20 in Fig. 1, 3 u. 5) und die äußere Haut ab. 21 (Fig. 2, 4 u. 6) Schienbein (Tibia). Es ist bis auf die innere Flache und einzelne Teile des unteren Endes ganz von Mus- keln umlagert. Die nicht von Muskeln bedeckten Teile heben sich äußerlich ab; auch der mit 21' (Fig. 2, 4 u. 6) bezeichnete äußere Knorren des Schienbeins und die mit 21" (Fig. 2, 4 u. 6) bezeichnete Beule des Schienbeins, die sich zehen- wärts in die Schienbeingräte fortsetzt, heben sich beim lebenden Tiere durch die sie bedeckenden Bandmassen (vgl. Fig. 1, 8 u. 5) und die äußere Haut hindurch ab. Schienbein- beule und Schienbeingräte bilden zusammen einen Längs- knochenkamm, der nach der Mitte des Schienbeins hin niedriger wird und allmählich sich verliert. Die innere Seite des Unter- "schenkels wird in der Richtung nach hinten "und oben von einer starken Vene gekreuzt, die sich beim lebenden Tier in der Regel deutlich modelliert. 22 (Fig. 2, 4 u. 6) Sprnnggelenk, Hinterfußwurzel (Tarsus). 23 (Fig. 2, 4 u. 6) Rudimentares Wadenbein, Knöchelbein (Os malleolare). 24 (Fig. 2, 4 u. 6) Fersenbeinhöcker (Tuber calcanei). 25, 25' (Fig. 2, 4 u. 6) Hintermittelfuß (Metatarsus). 26 (Fig. 2, 4 u. 6) Erstes ,(Hinter-)Zehenglied (Phalanx prima). 26' (Fig. 2, 4 u. 6) Zweites (Hinter-Mehenglied (Phalanx secunda). 26" (Fig. 2, 4 u. 6) Drittes (Hinter-)Zehenglied, Klauenbein (Phalanx tertia). Die mit 25 und 26 bezeichneten Teile sind genau so zu beurteilen, wie die entsprechenden Teile des Vorderfußes, die S. 8 unter 12 und 13 beschrieben sind. Es ist nur hervorzuheben, daß der Hintermittelfuß etwas (durchschnittlich um llß) langer ist als der Vordermittelfuß und daß die beim Reh vorkom- menden Nebenmittelfußknochen (25' in Fig. 6) noch kleiner als die entsprechenden am Vorderfuße sind. Die ein- zelnen Knochen des mit 22 bezeichneten Sprunggelenkes (Hinterfußwurzel) heben sich als solche beim "lebenden Tiere nicht deutlich ab, weil sie von Bandmassen verdeckt sind (vgl. Fig. 1, 3 u. 5); nur der mit 24 bezeichnete Fersenbeinhöcker springt nach oben und hinten so stark vor, daß er die Grund- lage einer sehr deutlichen Erhöhung bildet, sich also beim lebenden Tiere gut modelliert. Auch die Hinterfußwurzel als Ganzes hebt sich gegen den Unterschenkel und Hintermittel- fuß ab, "weil sie etwas dicker als diese. ist. Unter Umständen kann man aber auch eine Anzahl anderer Knochenpunkte (ab- gesehen vom Fersenbein) und Bänder am Sprunggelenke des lebenden Tieres sich formen sehen. Außer den unter 7. H., 7. L., K, 3, 12, 13" und 15 erwähnten Unter- schieden sind grobe und wirklich charakteristische, für die plastische Anatomie und die bildende Kunst in Betracht kom- mende Unterschiede weder am Rumpf- und Gliedmaßenskelett, noch an der Muskulatur von Hirsch, Reh und Ziege nach- weisbar. Betreifs des Skelettes kann man im allgemeinen nur sagen, daß sich das Reh durch seinen fast zierlichen, schlanken Knochenbau gegenüber der Ziege und noch mehr gegenüber dem Hirsch auszeichnet; dabei zeigen die meisten Knochen beim Reh schöngeschwungene Linien, die namentlich der Ziege abgehen. Bei der Ziege und noch mehr beim Hirsch sind die Knochen kräftiger und massiger, und zwar so, daß die Ziege im allgemeinen zwischen Reh und Hirsch steht. Im übrigen zeigt natürlich das Skelett Abweichungen, die aber für die bildende Kunst keine Bedeutung haben und zum Teil bereits erwähnt sind (s. z. B. 7. L. auf S. 6 und 3 und 9 auf S. 7). Die bedeutungsvolleren Unterschiede des Beckens sind S. 8 schon besprochen. 27 (Fig. 1, 3 u. 5) Freier Rand des breiten Beckenbandes. Das Band bildet eine ausgebreitete Bandplatte zwischen dem Kreuz- bein einerseits und dem Darm-und Sitzbein anderseits. Sein freier Rand ist durch die äußere Haut zu fühlen und modelliert sich nicht selten beim lebenden Tiere, besonders bei der Ziege. 28 (Fig. 1, 3 u. 5) Ende des inneren Armmuskels (M. brachialis in- ternus). Es bedeckt die Beugeseite des Ellbogengelenkes und endet an der inneren Seite des Ellbogenbeins. Der übrige Teil des Muskels ist von den mit e und f' bezeichneten Mus- keln bedeckt. In der Gegend des Endteils des inneren Arm-