205 pfenden Nachrichten von Xenophon vergleichsweise leinene Mantel- säcke bei den nachbarlich wohnenden Mossynöken erwähnt; die später dann noch blühende Leinenweberei bestätigt uns Hadschi Chalfa. 1) Nach Fallmerayers Mittheilungen, welche auf persön- lich gemachten Erfahrungen beruhen, hat sich ebendort in den Verhältnissen nichts geändert, weshalb in jenem Bezirke auch heute noch die meisten Webstühle anzutreffen sind. Der Letzt- erwähnte berichtet ferner, dass die Leinwand von Trapezunt heute noch nicht etwa nur im Besestan, dem Leinwandmarkt von Stambul Ruf und Käufer habe, sondern im ganzen Orient, von Bagdad bis zu den entlegensten Küsten der Barbarei die „Trabosan besi", Leinwand von Trabosan, sowohl in ihren seidengleiehen, weichen und glanzvollen, als auch in ihren ge- flechtähnlichen, groben Fabrikaten eine gleich gesuchte Waare sei. Dann, fügtFallmerayer bei, „wird aus dem Leinsamen Oel gepresst, um die türkischen Häuser anzustreichen. Stam- bul mit seiner unermesslichen Holzarehitectur ist für diesen Bedarf allein schon den Kolchiern zinspflichtig." Ich betone diese Stelle, weil sie neben dem Anbaue der Gespinnstpflanze gleichzeitig der Verwendung des geernteten Oelsamens in einer Weise gedenkt, die uns den gleichen Verbrauch in weit, weit zurückliegenden Zeiten sichert und uns die kühnsten Rückschlüsse zu ziehen gestattet. Denn bei Plinius XXXVI, (1.19 Fol. 6862) lesen wir, nachdem wir gehört, dass an jenem ebendort be- schriebenen Labyrinthe mit seinen unentwirrbaren Gebäuden und unterirdischen Gemächern fünfhundert Jahre vor Alexander dem Grossen (also im neunten Jahrhundert vor Christus) Restaurationen stattgefunden: „Id quoque traditur, fulsisse trabibus spinae oleo seien; auch sagt er C. 105: „Nun will ich noch etwas von den Kolchiern Sagen, wie sie den Aegyptern ähnlich sind. Die Leinwandarbeit ist allein bei ihnen und den Aegyptern gleich; auch hat ihr ganzes Leben und ihre Sprache Aehnlichkeit mit einander. Die kolchische Leinwand wird von den Hellenen sardonische genannt; die jedoch, welche von Aegypten kommt, nennt man auch die ägyptische." 1) Die Angabe der Stelle aus den Schriften des vielberiilnnten Bibliographen Hadschi Chalfa oder Katib Tschelebi fehlt. Sie wird jedenfalls der in der Quellenangabe der „Gcschichte des Osmanischen Reiches" durch Joseph v. Hammer (B. I), Pest, Hartlebcnk Verl. 1827) unter den geographischen NVerken angeführten: Dschihannuma, d. i. "Weltschau, Hadschi Chalfzfs Erdbeschreibung Asiens, fortgesetzt von Behram aus Damaskus, gedruckt zu Konstantinopel i. J. d. Hedschra 1145 (1732), ein Folioband von 698 Seiten mit 40 Karten, ent- nommen sein. 2) Caji Plinii Secundi Naturalis Historie. cum interpretatioue 812 notis integris J oannis Harduini itemque cum eommentariis et adnotationibus Hermolai Barbari Pintiani etc. etc. Lipsiae, Impensis Guilielmi- Gottlob Sommeri A. C. MDCCLXXXVIII.