204 Meisten haben „Harnische von Leinwand", wenige bedienen sich der Netzpanzer und der dreischweifigen Helme, die Uebrigen gebrauchen Helme von Sehnen. Die Fussgänger haben auch Boinschienen („plerique lineis, rari loricatis utuntur thoracibus, aut tres cristas habentibus galeis, caeteri nervis contra ictus firmatis aspidibus utuntur" (Strab. geogr. cum notis Casan- boni, Amst. 1707, Lib. III, p. 231). Pausanias sagt I, C 21, S. 71): „Die leinenen Panzer. leisten auf der Jagd gute Dienste; denn die Zähne der Löwen und Pardel stumpfen sich darin ab. Leinene Panzer kann man sowohl in andern Heiligthümern sehen, als in dem Grvneum, wo Apoll einen sehr schönen Hain hat Ein weiterer Beweis dafür, wie man schon frühe die Pflanze, den Lein, erforscht, geht aus des Pausaniasl) Bericht über den Minerva-Tempel auf der Akropolis zu Athen hervor. Er sagt, dass jene goldene Lampe, welche Kallimachus der Göttin ver- fertigt, ein volles Jahr hindurch Tag und Nacht unberührt weiter zu brennen vermöge. „Denn hat man die Lampe mit Oel gefüllt, so wartet man, ehe man sie wieder füllt, bis zu demselben Tage des folgenden Jahres. Der Docht in derselben ist von Karpasischem Flachse, welches, wie bekannt, der einzige Flachs ist, den das Feuer nicht verzehrt." Da wir uns bei dem noch herrschenden Mangel an erschö- pfenden, die Verhältnisse klar darlegenden Nachrichten fast allein auf eine indirecte Beweisführung angewiesen finden, so dürfen auch scheinbar geringfügigere, selbst ferner liegende Nachweise, welche auf eine dauernde, alt-hergebrachte Verwendung der für uns in Frage kommenden Stoffe zu schliessen gestatten, nicht übersehen werden. Durch Fallmeraver erfahren wir VI, S. 189 seiner Fragmente aus dem Orient), dass in den feuchten Niederungen und wasserreichen Thalungen von Kolchis, Hanf und Flachs zu einer in Deutschland ungekannten Höhe und Ueppigkeit emporschiessen, was namentlich dem östlich von Trapezunt gelegenen pomeranzenreichen Riseh eine Quelle un- versiechbaren Reichthums sichert. Die dem Flachsbau so günstigen klimatischen Verhältnisse wie jene den Anbau des Leins fördernde Bodenbeschaffenheit führten dort nachweislich schon in sehr frühen Zeiten zu einer ausgedehnten Verwendung in der'Weberei.2) Und so finden wir neben Herodots erschö- 1) B. I. C. 26. 2) Diese, wie auch der Flachsbau sollen ebendort ägyptisches Erbe sein. {Ierodnt erklärt dies im II. Buche, C. 104 daraus, dass die Kolchier Abkömmlinge der vom Heere des Sesostris zurückgebliebenen Soldaten