100 entsprechend angeordnet vorstellen. Man hatte die Tafel vor dem Tempel, wahrscheinlich an die Aussenwand der Cella im Portikus aufgehangcn; somit war es ein Staffeleibild. Der Gegen- stand des Gemäldes, den wir vorhin kurz andeuteten, lässt auf eine gewisse Grösse in der Auffassung schliessen, doch mit Rücksicht auf den Ort, für den es geschaffen und wegen der grossen Nähe, in der es seiner vielen Einzelheiten wegen gesehen werden musste, ist anzunehmen, dass es bei hoher Form- vollendung die anspruchloseste und daher eine um so ge- diegenere Maltechnik zeigte. Wir brauchen uns nur der wenigen hier gegebenen Andeutungen zu erinnern, um auch für jene frühen Tage eine die höchsten Ansprüche befriedigende Mal- technik anzunehmen. Worin dieselbe aber bestanden, worauf sie gegründet war, ist eine Frage, die im weiteren Verlaufe des Textes dieses Buches Beantwortung finden wird. Unter einem verwirrenden Heere von Namen sind haupt- sächlich vier, in ihrem Wesen recht verschiedene Arten dieses ätherischen Oeles, des Terpentins zu unterscheiden. Es ist daher nothwendig, dieselben nach ihren hervortretenden Eigenschaften kennen zu lernen, und auch zu wissen, dass unter ähnlichen und gleichen Bezeichnungen wesentlich verschiedene Stoffe in den Handel gebracht werden. Bei der Wichtigkeit des Terpentins für die Malerei darf demselben eine um so grössere Aufmerksamkeit geschenkt werden, weil nicht wenige der so häufig zu be- klagenden Unzuträglichkeiten auf Verwechselungen oder absicht- lichen Verfälschungen, ein Wort, dem wir in den F achschriften nur zu häufig begegnen, zurückzuführen sind. In der Phar- macopoea universalis (Weimar 1840) lesen wir Fol. 726 u. w.: „Man belegt mit diesem Namen Terebinthina im All- gemeinen folgende vier Harzsubstanzen: 1. Terebinthina Cvpria s. Chia s. pistacina s. vera, Be- sina' Terebinthinae s. liquida Pistaciae Terebinthi; Cyprischei- Terpentin; Terebenthine de Chio, de Scio, de Chypre ou de terebinthe (franz); Cvprian or Chian turpentine (engl); Tere- binto di Cipro (italienisch). Dieser stellt eine sehr dicke, klebrige, durchsichtige Substanz von grünlichcitrongelbei- Farbe dar, hat einen angenehmen Geruch und einen balsamischen Ge- schmack ohne Bitterkeit und Schärfe. Diese Substanz fliesst von Pistacia Terebinthus, L., Terpentin-Pistazie, einem kleinen Baume des Archipels; (Dioecia Pentandria, L.) 2. Terebinthina communis s. vulgaris s. Pini sylvestris s. pinea Terebinthina gallica, Balsamum nativum Pini sylvestris, Resina Pini; gemeiner Terpentin; Terebenthine C0mml1ne, de