56 zur kalten Pressung der Samereien wie Nüsse vollständig hin. Dabei hat der Pressende den Vortheil, den Druck nach der Empfindung seiner Hand, stärker oder weniger stark, und mit Rücksicht auf das Aussehen, auf die Be- schaffenheit, auf den reicheren oder geringeren Abfluss des Oeles, diesen Druck erhöht oder vermindert wirken zu lassen; Hand und Auge zeigen ihm das Richtige. Das Oel unter zu grossem Druckel) ausiiiessen zu lassen, wie es heute geschieht, empfiehlt sich für mal-technische Zwecke nicht. Ebensowenig dienten zu gedachtem Zwecke die alte Schlägellaeilpresse und die sogenannte holländ. Keil- oder Rammpresse, wobei die Auspressung des Oeles unter zu grosser Erschütterung erfolgte. Auch ist die fabrik- massige Art des Zerquetsehens, des Zerkleinerns des Samen im Stampf, Walzwerk oder Kollergang für den gedachten Zweck nicht zu empfehlen; denn diese Weise iiihrt zur ersten und schlimmsten Verunreinigung der Oele. Denn man muss wohl berücksichtigen, dass die Samen in ihren Zellgewveben neben dem Oele Eiweisskörper, Harze, Zucker, Gummi, Schleim und Salze enthalten, welche durch das Zerreissen und Zermahlen der Samen- hülle und Zellgewebe in der erwähnten Weise gewaltsam, schon mechanisch zu mehr oder weniger inniger Verbin- dung geführt werden. Weit schlimmer noch wirkt eine Neueinrichtung, der zufolge man heisse Dämpfe in die durch Walzen zerquetsehte hermetisch eingeschlossene Samenmasse strömen lasst, wodurch es möglich wird, bei nur einer Pressung Oel und Kuchen zu erhalten Es wird aber Jedem einleuchten, dass das Eine wie das Andere vermieden werden muss. Denn diese ins Oel tretenden und sich mit demselben misehenden Samen- Bestandtheile, nebst den thcils sichtbaren, theils mikros- kopischen Faser- und Gcwebetheilchexi in Verbindung bekannter und unbekannter organischer Stoffe, können nur dazu dienen, den Verfall zu begünstigen. Mechanisch sind dieselben nur in geringem Masse zu entfernen, dieselben chemisch dem Oele zu entziehen, empfiehlt sich aus vielen Gründen nicht; auch würde letzteres Verfahren, wie be- kannt, nicht einmal zu einer vollständigen Reinigung führen. Die mit dem ausgepressten Oele vermischten 1) Bei den hydraulisuhcn Pressen Kilogramm pro Quadratccntimotur. 400 erreicht der Druck schon uahe