45 theilen, als auch an bildnerischen Werken älterer Epochen, wo sich der goldene Schnitt in der Proportionirung des Einzelnen, wie in der Vertheilung der Massen {igurenreicher Kompositionen ausspricht; ja, Wir erkennen ihn deutlich nachweisbar selbst in den Dispositionen geringfügigerer Darstellungen. Und wenn Cantorl) mit Rücksicht auf das Auftreten des goldenen Schnittes in der Baukunst der perikleisehen Zeit sagt: „Wir können bei solcher Regel- lnitssigkeit des Auftretens nicht an ein instinktives Zu- treffen glauben", dann möchte ich dies auch auf das vorher Gesagte beziehen. Dass Aegypten in maltechnischer Ucber Beziehung Vieles zu bieten hatte, bestätigen uns die bisheran jäfgfilttfi"? an Malereien schon angestellten Untersuchungen zur Genüge. im Erwiesen ist zunächst der Gebrauch von thierischem Leim, Wachs und Eiweiss, ferner die Anwendung von Firniss und sonstiger noch nicht festgestellter organischer Stoffe zu Bindemitteln. Welcher Art die organischen Stoffe waren, werden gewiss weitere, quantitativ Lunfangreichere Untersuchungen klar stellen helfen. Gewiss ist, (lass Derjenige, welcher die Verwendung von trocknenden Oelen und vielleicht auch von Käsestoff, von welelf Kßisestotf. letzterem Theophilus Presbyter in seiner Schedula diver- saruni artiuniz) schreibt, für eine verhältnissmässig junge hält, sich mit der Zeit wohl noch zur Anerkennung eines höheren Alters gezwungen sehen wird. Denn da sich heute das Bekanntsein mit Harzen, trocknenden Oelen und jener, den Trocknungsproeess dieser beschleunigenden Mittel unschwer bis in's höchste Alterthum zurückverfolgen lasst, so kann es uns nicht überraschen, wenn wir dem- nächst auch den Gebrauch von Käsestoff3) als integrirenden Thcil eines Bindemittels nachgewiesen sehen. 1) S. 151. (Center, Geschichte der Mathematik.) 2) B. I. C. XVII. (de glutine casei.) 3) Zum Beweise, wie man dem Käsestoii, dem Casein oder Käse- leim schon verschiedentlich Beachtung geschenkt, mag noch folgende Stelle aus dem NVerke: "über die Malerei der Alten" von H. Riem, Pr. zu Berlin, ebendort 1737 bei Friedr. Maurer erschienen, hier Platz finden. (Das genannte Werk ist den Königl. Preuss. Staatsministern: den Grafen v. Hertzberg, Grosskanzler Freiherrn v. Carmer und Frei- herrn v. Heinitz zugccigilct.) Es heisst dort S. 104: "Lessing, in seinen Noten vmn Alter der Oelmalerei aus dem Theophilus Presbyter, spricht vom Käse, als einer Materie, die zu einem Leim sehr (lienlitzh sei. Aber nicht nur hierzu ist er sehr gut anzuwenden, sondern besonders auch zu Tafeln, welche aus diesem Käseleim und ungelüschtcm Kalk