Zenale , Bernardo. 259 zßnalc, 3011181110, Maler aus Treviglio war Schüler des älteren Vinc. Civerchiu, wie Lümallü (Trlitllltü -H P- 31?) behauptet, C1- ner früheren Angabe entgegen, wu er ihn zum Schüler (leg KOPF; sen. in Mailand macht. Civerchio blühte in T-reviglio, und blieb daher sicher nicht ohne EinHuss auf unsern Künstler, wie auch die Wandmalereien beweisen, welche Zenale mit Buttinone in der Capelle des heil. Ambros in S. Pietro in Gessate zu Mailand aus. geliihrt hatte, zu einer Zeit (1404), in welcher Civerchio daselbst das Leben des heil. Anton malte. Die Bilder der genannten Mei- ster haben mit jenen Giverchiifs Verwandtschaft. Sie stellen Mo- mente aus dem Leben der Maria dar, und sind noch ganz in der alterthiiinlichen Manier des 15. Jahrhunderts behandelt. Später schloss aber Zenale mitLednardo da Vinci Freundschaft, und jetzt suchte er sich die liunstweise des Letzteren anzueignen. Diese: beweiset ein Temperabild in der Brera zu Mailand. Es stellt die heil. Jungfrau mit dein ltiinde vor, über welche zwei Engel die Krone halten. Üie Kopfe und die Bewegungen dieser Figuren er- innern an Lepnarclo, weniger die zur Seite stehenden, etwas ge- drungenen Figuren der vier Hirchenväler. Diese Gestalten sind aber von ergreifenden: Ernst, und beurkunden einen ausgezeich- neten Meister. lm Vor runde kniet Lodovico il Moro mit seinen Gemahlin Beatrice und seinen beiden Sühnchen. Die Portrait- ligureh sind von grosser Naturtreue, aber etwas derb in der Auf- fassung. Die Modellirung ist sehr durchgebildet, das Colorit et- was bräunlich in den Schatten der Carnation, weisslich in den Lichtern. Die Gewänder schmücken noch häufige Verzierungen in Gold. Wie sehr indessen des Leonardo Art und Weise; vorhefrikcht, bezeugt der Umstand, dass das Bild längere Zeit fur ein Werk desselben galt. Von den verschiedenen in Mailand ausgeführten Werken des Künstlers hat sich nur noch das Bild eines Johannes des Täufers mit dem Donator Grafen Gaspare Viinercati erhalten. E: befindet sich in der Sakristei von S. Itlaria delle Grazie. In dieser Kirche war zu VasarPs Zeit auch eine Auferstehung Christi niit schönen Verkürzungen, und Lanzi sah in S._Siinpliciano eine Verkündig- ung mit täuschender Architektur. Diese Gemälde sind nicht mehr vorhanden. aber besser verschleppt als vernichtet. In St. Agama zu Brescia ist ein Gemälde, welches Brognoli dem Zenale, andere dem Calisto da Lodi zuschreiben. Es stellt in der Mitte SLAgjatha am Kreuze, und zu den Seiten je zwei Heilige dar. Sollten sich nicht noch mehr Werlie VQD ihm finden, so ist es unmöglich, sich einen anschaulichen Begrilf von dein Entwiclslungsgange diese; ausgezeichneten liiinstlefs zii machen. Vgl. PassavanUs Beiträge zur Geschichte der alten Malerschulcn, liunstblatt 1838, Nr. 61 Loniazzo sagt auch, dass Zenale Tralttate uber die Perspektive und die Verhältnisse des menschlichen Horpers geschrieben, und sie 1524 seinem Sohne zugeeignet habe. Als iikrQlblbßlÄll war er für die lgiirche St. Maria zu Bergamt: thatig. '_I_'assi (Vitc de' Pittori Bergamaschi II. 87) ersah aus Piechnungsbuchern, dass der liünst- ler 1520 und 1525 um sein Gutachten wegen des Baues des Chures und eines zu fertigenden Altares in Kupfer befragt wurde. Zenale starb 1526, Q0 Jahre alt. i") Vagägi nennt ihn Bcinardo da Trevio, einen berühmten Zexchuer und Ingenieur, der zur Zeit Bramautak in Mai- land lebte, wo er mit L. da Vinci in Berührung kann. 17'"