252 Zeitblom , Bartholomiius. hören, was jemals die deutsche Malerkunst hervorgebracht hat. Diese acht Tafeln waren dreissig Jahre in Privathändexi, und 11h E. Manch kaufte sie 1840 in dem Augenblicke, als sie von Ulm fortltommen sollten. Er überliess sie um denselben Preis dem Stil; tungsrathe, weil die Stadt Ulm kein Werk von Zeitblom hatte. Jetzt hängen sie in der Sakristei des Münsters. Conservator Eigner in Augsburg begann 1847 die Restauration dieses der Barbarei vud fallenon Altarwerkes, welches aber leider nicht mehr vollständig ist. x Die acht Tafeln iui Kloster Hegbach enthalten einen Cyclns V0" Heiligen, die Lebensgeschichte der Maria, und die Passiom Diese Darstellungen sind edel, und selbst die Briegsknechte bei der Geisslung und Kreuzigung haben nicht mehr jene UehertreL bung der fränkischen Schule. Mehrere einzelne Figuren und Gruln pen sind so vollkommen, wie sie nur M. Schaffner geben lkäluu_ Ueberaus graziös ist besonders die Figur der heil. Catharina. Einer der rössten und reichsten Altäre der christlichen Welt ist jener in Bglgaubeuen, dessen meisterhafte: Schnitzwerls lange Zeit dem Syrlin beigemessen wurde, aber sicher von einem Bild- schnitzer der Ulmcr Schule herriihrt, wie in Ulnfs liunstleben S. 67. dargcthan ist. Auf den Aussensciten der inneren 'l'l_nipen des Schreines sind 16 Gemälde von Zeitbloiu und seinen Schiilcrn welche in zwei Reihen die Geschichte des Täufers Johannes schili dern. Ist der ganze Altar geschlossen sieht man an den äusserqu Seiten der Thiiren die Passion in vier Gemälden, und Figuren von HeiHgen an den Seiten des Kastens und am hinteren Theile des Altares, wo auch das Schweisstuch mit den Engeln nicht fehlt. Am Deckel des Staiielliastens ist das apokalyptische Lamm gemalt, zu den Seiten je zwei Brustbilder der Evangelisten, und daneben J0_ hannes Baptist und St. Benedikt. An dem silbernen Teller mit dem Haupte d s Johannes ist das Ülmer Stadtwappen, und auf dem linken Beiiie eines Jiinglings im Gefolge des Vierfiirsten so wie auf dessen Mütze, ist das Monogramm H A., welches Hans Acker bedeuten könnte. Die Zahl XVII. am Beine des Mundschenken macht die Vollendung des Bildes im Jahre 1517 nicht "Ilwßllrßchßin- lich. Die Verfasser yon Ulnfs liunstleben im Mittelalter S. 50 eh kennen in diesen Bildern, welche Weyermann dem Stecker zu_ schreibt, durchaus das Gepräge der Schule Zeitblonfs. Der Mai- ster selbst diirfte nur Einzelnes, zumal in den liopfen, ausgetuhrt haben. Ueber einen colossalen St. Christoph in Fresw an de,- Westseite der Kirche, haben wir oben benachrichtet- Die genannten Werke bilden noch einen grossen Reiehthuyn an Gemälden Zeitbloms und seiner Schule in Schwaben, es sind hier aber noch andere Gemälde von ihm im Privatbesitzc. Die Sammlung des Obertribunalrathes von Abel in Stuttgart glänzt vor allen, wie wir oben gesehen haben. In der Sannnlunyg des Finanzrathes Eser in Ulm sind zwei Altarflugel aus den Ilirche in Hürbel. Sie enthalten in g Grösse die Heiligen Catharina und Barbara auf Goldgrund. Der Antiquitütenhäudler von llcrrich in Ravensburg besass 1844 acht Tafeln mit Brusthiltlcrn in fast [Ab bensgrösse. Die Köpfe sind ohne Zweifel Bildnisse nach der Nm tur in Phentasiekleidung, alle schön, etliche ausgezeichnet, aber übermalt. Baron von Lassberg zu Meersburg erwarb zwei '1'al'eln, welche das Gepräge der Werke Zeitblonfs tragen. Die eine Stellt lYlaria und Elisabeth in Begrüßung, die andere lVlariixdVl-igdßlenq und Ursula dar. Die Iiguren haben im linicsliick g Lebcnsgrosstg Domherr von Hirscher in kreiburg bewahrt ausser den oben o1. "wähnten Werken eine Büste der heil. Anna aus einer Kirche in