Peter nhu- nicht für künftige Arbeiten in der Residenz zu Theil, dei- Yiiinstler hatte schon früher dem Hcrzoge wichtige Dienste gelei- stet. Er malte die Decke des voh Maximilian l. 1000 erbauten An- tiquuriums, welches zur Aufnahme alter Kunstwerke bestimmg war. Er stellte die Tugenden dar, wie sie den Nlenschon durch das Leben zur Glücltseligheit leiten. Dieser grossartige Saal hat noch gegenwärtig seine ursprüngliche Bestimmung. und war man. gebend beim Bau der neuen Residenz. Der Hof mit-dem grosseii Brunnen erhielt durch ihn eine unregelmäßige Form, da beim Baue des Antiquariuins dcr Plan zu der Maximilianischen Piesi- den: noch nicht gefasst war. In den Saal gelangt man durch eine Halle mit Grottenwerk, an deren Wänden und Decke Male. rci-en von Candito sind, welche aber sehr beschädigct wurden, Mit dem Antiquarium beginnt ei entlich die Geschichte des Besi- denzbaues des Churfürsten Maximilian I., wir finden aber für clieie hier keinen Raum, sondern werden im Obcrbayerischep Archive für Vaterländische Geschichte ausführlich darauf zurückkommen, Der Zeit nach folgte auf das von Candito verzierte Antiqua- rinin die Hofkapelle, für welche 1600 Hans Werle, nicht unser Künstler, die Altarhilder malte. Der an den Königsbau sich an- schliessende alte Residenzfliigel enthält auch die sogenannte Schöne und reiche Cnpelle, bei deren Aussclimücliung Candito 1607 thä- tig war. Ueber dem Portale ist vun ihm ein Bild der Verkündi- gung Mariii. Seine grüsstcn Arbeiten unternahm er aber für die 1610 vollendete Residenz des Cliurfiirsten, wo Deckengemälde von ihm ausgeführt, Stuccatureii, Caniiiie, und Bronzen nach seinen Zeichnungen hergestellt wurden. Sehr reich ist das Deckengemälde im Diirchgange von den kaiserlichen Zimmern zu dem sogenanii. ten vier Schininielsaale. Auch noch andere Werke und Oelbildel- waren von Candito's Hand in der Residenz zu sehen, mehrere aber mussten von der alten Stelle weichen. Zwei grosie symbolische Darstellungen hängen jetzt in der Halle des Schlosses zu Schleiss- heim , die Monarchie, und die Wissenschaft vorstellend. Das er- ste- Bild hat die Unterschrift: Quid est Monarchia, nisi tria suspi- ria? obtinendi, retinendi, ommitencli! Das zweite Gemälde Crlslärg die Schrift: Natura noverca, Sapientia mater est, illa rios aniinnn- tes, ista honiines facit! Eine bewunderte Zierde waren auch die Tapeten, welche nach seinen Cartons zu München gesteht wur- den. Maximilian I. gründete eine Hautelisse-Maniifalstur, und lies; Arbeiter aus Arras kommen. Mit den Prachtteppichen, welche da gewebt wurden, behiug man bei Feierlichkeiten Säile. Hallen und Gange, und solche von Seide blieben fest an den Wänden du- fürstlichen Gemächer. Mehrere dieser Tepuiche gingen 1052 durch die Schweden zu Grunde, indem die Residenz grossentlieils ver- wiistet und epliindert wurde. Die grossen, transportablen T3- peten nach äanditrfs Gartens sind zwar noch erhalten, aber stark verblichen. Sie stellen die 12 Monate, und die Thaten Otto's von Wittelsbzich dar, und sind durch die Stiche von G. ab Allllillllg bekannt. Die Geschichte Ottzfs malte Candito an der Wand der! 1500 F. langen Gallerie des damals neu angelegten Hofgai-tens, Man sah da 54 Bilder aus der Ottoriischen Geschichte, und das 55m: stellte den Zug des Kaisers Ludwig des Bayers nach Italien dar (1527). Die 55 Originalzeichnungen bewahrt das k. liupfep- stich-Cebinet, die Fresken sind aber längst verschwunden, Die 25 Zeichnungen, nach welchen Ambling die 'l'apeten mit der Qg- tuiiisclien Geschichte csloclzen hatte, waren iin h. Schlosser zu Nyniiihcnburg unter Gliiie und Rahmen. Iiii li. Iiiipferstich-Ciibiiiet sind auch tlieSliizzeu zu den 12 Monaten, und viele andere Zcich.