Wien . Anton. 391 fuhr, als die anderen Brüder. Ihr gemeinschaftliches Vorbild war nusscr Lukas van Leyden besonders Albert Dürer, welchem sie auch nicht selten in eigenen Erfindungen nachabniten. Doch finde: man in den Blättern der Wierx eine Menge schöner Motive, welche theilweise älteren "Meistern entlehnt zu seyn scheinen. Man staunt über die Reichhaltigkeit der Gegenstände, welche in ihren zahl- reichen Blittern vorkommen, und wir können dem G. v. Qußndt nur im geringen 'l'heile beistiminen, wenn er in seiner Geschichte der iiupferstichkunst sagt, dass diese Meister ohne eigenthiimliche Kraft der Eründuiig, und ohne wahrhaften künstlerischen Geist seyen. Richtiger möchte die Behauptung des genannten Schrift- stellers seyn, dass die Wien; von den Meistern der Schule de! H. Goltzius verdunkelt, und durch die malerisch radirenden Künst- ler verdrängt worden seyen. Allein dieses lag zunächst in den Zcitverliältnissen. Die VViei-x gehören noch der älteren Periode an, und behielten absichtlich die Auffassungs- und Stiehweise der- selben bei. leisteten aber so viel Schönes und Trefiliclies, dass man ihre Blätter, besonders in den seltenen alten Abdriicken mit Vergnügen betrachtet, und den Fleiss und die Ausdauer bewun- dert, womit sie ihre Arbeiten vollendeten. In vielen Blättern ist das den alten Meistern eigenthümliche Seelen- und Gemütlisle- ben so wolilthuend, und das Naive der Darstellung so reizend, dass man gerne die Bravour eines Golzius vermisst. Doch haben auch die Wierx viele Blätter geliefert, welche mit meisterhafter Sicherheit behandelt sind, wenn sie auch durchaus keine Präten- zßlOll an den Tag geben. Man hat mit Unrecht ihre Werke als steif und trocken verschrien, und diesen nur das Verdienst einer ausser- ordentlich fleissigen Vollendung zugestehen wollen. Die Wierx müssten nach dem Standpunkt der älteren Kunstauffassung, und der damals üblichen Behandlung. beurthcilt werden, und dann wird sich das gefasste Vorurtheil in vielen Dingen in Bewunderung vor. wandeln. Selbsfunter den kleinen Devotionsbildern ist. ein gras- ser Thcil so schön und zart. dass sie den treiflichsten Arbeiten der kleinen Meister an die Seite gesetzt werden können. Viele solche Blätter erscheinen wie die feinsten Miniaturen, sind aber bei aller Zartheit bestimmt in den Formen und der Musculation. Als Zeich- ner im modernen Sinne kann man diese Meister nicht nehmen, da ihnen noch die Befangenheit der früheren Schule anklebt. Ein genaues Verzeichniss der Blätter den Brutler Wien; in nicht vorhanden, wir erhielten aber durch dic_Gute des Herrn L. v. NIOUUDOfillOD eine reiche Auswahl Wieriüscher Blätter zum Behufe eines lange vermissten Verzeichnisses zur Einsicht, und H. v. Montmorillon selbst verdanken wir die interessante- sten Beiträge, was hier fiir alle drei Artikel gesagt ist. Abbä de Marolles bcsass von den Meistern Wierx U70 Blätter. Das Excm- Plar, welches uns zu Gebote stand, kommt aus Mariettds Händen, und enthält kostbare Abdrücke, nur ist es nicht mehr coinplct, zu- gleich bemerken wir, dass Abdrucke vor aller Schrift vorkommen, und dann ganz alte rothe Abdrucke, welche, so wie viele Blätter der Wierx, zu den Seltenheiten gehören. Das Todesjalir des Anton Wierir ist unbekannt. Joh. von Me- thelen soll 1617 das Bildniss des heil. Alfons Rodriguez nach ihm gestochen haben. Später kommt der Künstler nicht mehr vor. Unser Verzeichniss der Blätter dieses Meisters macht nicht auf Vulliiimdiglieit Angpi-ucl] , das Schönste und Interessanteste dürfte aber vereiiiiget seyn. Auf den Blättern nach eigener Zeichnung