Weitsch , Johann Friedrich. 267 zwei frivßisßlte Hülle. und brachte noch mehrere andere Hausthierc an, welche alle in Lebensgriisse erschienen. In der ersten Periode lieferte er nur kleine Bilder, meistens Ansichten von Städten, Klö- stern nnd Dörfern. Sie sind in einem warmen und durchsichtigen Toneschr fleissig vollendet. Im landschaftlichen Theilß, beson- ders in den Bäumen, erinnern sie an die Weise von Both und Muucheruxt. In der zweiten Periode wurde das Format seiner Ge- mälde immer grbsser, und der Ton männlicher und kräftiger. Er malte gerne Waldgegenden mit Bergen und Ruinen, und auf Wie- sen weidet das Vieh. Die Thiere sind immer sorgfältig ausgeführt, so wie Weitsch überhaupt nichts flüchtig behandelte, In seinen Waldlandschaften, worin man ihm den Vorzug vor allen Meistern einräumte, ist bei aller Kraft Alles klar bis zum Hintergrund; denn er malte so ar die hinteren Parthien aus, ohne darauf zu achten, dass HIIHICEIGE schöne Theil wieder von den vorderen Bäu- men und Blätter bedeckt wurde. Die Gesetze der Perspektive hatte er genau inne, und daher herrscht in allen seinen Compositionen grosse Deutlichkeit. Den Mittelpunkt der Thierwelt bildet ge- iviitinlich der Stier, oder eine Iiuh, beide gedeckt und in vur- ragender Stellung. Bei Waldgegenrlen dominirt die deutsche Eiche, in der Weise des Buysdael und Moucheron, aber bei strengere! Beobachtung der Naturform. Sein Lieblingsaufenthalt war der Ei- chenwald in der Nähe von Braunschweig und Salzdahlum. Hier be- obachtete er die Natur und ihre Erscheinungen, hier machte er seine Studien. da sah er seine liiihe und Stiere werden, fand er eine Auswahl anderer Thicre. Die Mitwelt pries ihn als Künstler, und seine Werke landen den Weg nach allen Richtungen. Die An- zahl seiner Gemälde ist sehr gross, und die Zeichnungen gehen in die Tausende. Es ist aber keine vollendet. Viehstiicke pflegte er im Geschmacke von van de Velde und Potter in rother und schwarzer Kreide, Schaafe in der Manier des H. ltoos zu zeich- nen, aber Alles nur im Umriss. Seine Vorbilder waren die älteren holländischen Meister, von deren Werken er eine merkwürdige Iienntniss hatte. "Weitscti erhielt 1778 das Ehrendiplom eines Professors derAka- demie in Düsseldorf. Damals war lirahe Direktor, welchem die. von Weitsch gemalten Waldlandschaften mit Vieh ausserordent- lich gefielen. Im Jahre 1788 wurde er zum Inspektor der Gallerie in Salzduhlurn ernannt, und blieb daselbst bis an seinen 1305 er- folgten Tod. Das von G. Weitsch gemalte Bildniss dieses Mei- sters wurde 1830 fur die Gemälde-Sammlung der k. Akademie in Berlin angekauft. Chodowiecky hat das Bildniss des Pascha Weitsch treFrlich radirt. Er erscheint in einem fast orientalischen Costiim. Fiissly jun. gibt eine weitläufige Biographie des Pascha, und Hof- rnth Pockels kündigte 180g ebenfalls eine Lebensgeschichte dieses Mannes an, welche aber nicht erschien. G. W. Weise stach nach ihm die Ansicht der Itosstrappe am untern Harz, gr. qu. fol. Prospekte von Pyrmont, 8 Blätter von C. G. Geyser für Mar- cuardk Beschreibung der Bäder von Pyrmont (1784) radirt, 3. Eigenhändige Radirungen. Wir haben von diesem Meister eine seltene Folge von tt numnierirten Landschaften mit Kühen , Ziegen, Schaafen, Hirten etc. Der liiinstler hatte wenig Uebung im Radiren, und die Plat- te" sind llieils zu stark, tlieils zu schwach geätzt. Er bezeichnete die Blätter mit dem Namen: F. Weitsch inv. et. fccit, und idlß 1'111 T. trügt die Jahrzahl 1706. qu. 8., qu. 4.