Vinit , Leon. Vinkeles , Bcinier. 355 Vmit, Leon, Architelsturmaler zu Paris, wurde um 1320 geboren, und in der genannten Stadt zum liiinstler herangebildet. Später unternahm er elne Reise nach Italien und Sicilien, um Studien zu machen, und dann begab er sich zu gleichem Zwecke nach Aegyp- ten und Syrien. Er zeichnete auf diesen Reisen eine grosse An- zahl von interessanten Kirchen, Palästen und anderen Gebäuden in Aquarell, wurnach er in der Heimath Bilder in Oel ansfiihrte. VVir nennen unter seinen neuesten Werliexl die Ansicht der Sa.- laristei von S. Dumcniei di Suriano in Cusexlza (Calabrien das Innere eines Zimmers zu Damiette, des Hofes eines Hauses in Cairu , der zum Eingang einer HIuschee dient, etc. VIIIkBlGS, Plßllllßf, Iiupferstecher, geb. zu Amsterdam 1741, sollte sich als linabe der Handlung widmen, und war auch einige Zeit in der Lehre, als seine Neigung eine andere Richtung bekam. Sein Schullehrer hatte ihm schon friiher einigen Unterricht im, Zeichnen gegeben, und daher versuchte er es eines Tages, ein Gemälde uachzuzeichnen, was ihm sowohl gelang, dass ihn zuletzt Seine Eltern zum Künstler bestimmten. Jetzt nahm ihn Jan Punt in die Lehre, welcher dem Zögling gute liupferstiche verlegte, die er mit solcher Genauigkeit mit der Feder nachzeichnete, dass man die Zeichnung für den Hupferstich halten konnte. Eben so auf- fallend waren auch seine Fortschritte in der Iillpfergtichkungt. 5., dass Vinkeles in wenigen Jahren mehr als Gehülfe, wie als Schii- ler PunVs zu betrachten war. Sie zeichneten und stachen gemein- schaftlich, und einige friihere Arbeiten uusers liiinstlers gehen un- ter dem Namen des Meisters. Er iibertraf ihn auch bald, beson- ders als Zeichner, da Vinkeles eifrig nach der Natur studirte. Die Akademie zu Amsterdam beloble mehrere seiner Ansichten der ge- nannten Stadt, besonders jene des dortigen 'l'heaters. Im Jahre 1702 ernannte ihn diese Anstalt zu ihrem Sekretär. Als solcher fand Vinkeles hinliingliche Musse zur liunstiibung, und er machte sich bald riihinlich bekannt, da er auch in der historischen Com- position für einen iiupferstecher Ungewöhnliches leistete. Die cr- sten Proben dieser Art sind. in einem Werke von W. H. Sels, un. ter dem Titel: Salomon. Amsterdam 17Ö5. Die 12 Zeichnungen stach aber Vinkeles erst von 1706 67, und dann wurden die Blätter dem Werke beigegeben. Sie fanden grossen Beifall, wel- cherjedoch den Iiiinstlei- nur zu griisseremlideisse anspornte, undin ihm den Wunsch rege machte, in Paris seine WeitereAusbildung ver- folgen zn können. Hier nahm ihn J. B. le Bas unter seine Schii- ler auf, und räumte ihm selbst in seinem Hause eine NVohnung ein. Vinkeles arbeitete da meistens mit der trockenen Nadel, in einer Manier, welche den Le_ßas zum Erfinder hat, und von un. serm liiinstler mit grnssem Beifalle geubt wurde. Ausserdem zeich- nete er mehrere Ansichten aus der Unigegend von Paris, so dass Vinkeles in beider Ilinsicht grosse Fortschritte machte. Seine Ver- dienste cntgingen auch dem russischen Gesandten nicht, durch dessen Vermittelung ihn die liaiserin Catharina an die Akademie nach St. Petersburg berief; allein der Iiiinstler liebte das Vatei- land, und kehrte 1771 nach Amsterdam zurück. Hier fand die Ma- nier von Le Bas grossen Anklang, und erweckte mehrere Nach- ahmer. Vinkeles fand zahlreiche Aufträge, sowohl in Zeichnungen als in Nadelarbeiten. Unter den VVerken aus jener Zeit zählt man l mehrere Titelblätter und ifignetten, die er nach eigenen Zeich- nungen in liupfcr stach. Die Blätter in der Toonelpoezy van N. S. VVinter en VV. van Merken. Amsterlam 1774-1776, Zeich- nen sich vor mehreren anderen aus. Auch mehrere Purtraite für. 23 ü"