Vin ci , Leonardo 301 clien Kunstschule, welche vorzugsweise als Leonardoä Altadexnie gelten muss. Mitseinen Schülern -lebte er in freundschaftlichen Verhältnissen! Sie sassen an seinem Tische, ieder bezahlte aber monatlich fünf Lire. Der Gang seiner Lehrmethode ist nicht liinli-ingliclt bekannt, bei genauer Durchforschung seiner Hand- schriften uiil seines Traktates über die Malerei müsste sich aber vieles ermitteln lassen. Seine Abhandlungen über Gegenstände der liunst zeigen genugsam, dass sein Unterricht sich auf wissenschaft- liche Grundsätze stützte. Vertraut mit allen Wissenschaften, die in näherer oder entfernter Beziehung zur bildenden Kunst stehen, wie mit der Geschichte. den YVerlsen der Dichter, mit dem Co- stiiine des Alterthunis, wies er seine-Schüler zunächst an die Natur, nicht vorzugsweise an die Antike, da die erstere bis in sein dreis- sigstes Jahr seine einzige Führerin war, und ihn gross gezogen hatte. Er rieth ihnen allen (Trattato CXV. 13g und 96), immer ein Skizzenbuch bei sich zu tragen, um zu jeder Zeit Köpfe, Figuren und 'I'heile des menschlichen liiirpers zeichnen zu können, wie de; Meister selbst es that. Sein Zeichnungsunterricht muss im Allge- meinen streng gewesen seyii, da bei ihm kein willkürlicher, zu- fälliger Strich gelten sollte, sondern alles bedacht und uberdacht werden musste. Von der reinen erforschten Proportion an bis zu den seltsamsten, aus widersprechenden Gebilden zusammen gesetz. ten Ungeheuern, sagt Qothe (hunst und Alterthum I. 5. S. 167), sollte alles zugleich naturlich und rationelhseyn: Für besonders" wichtig erklärte er das Studium der Anatomie, eine Wissenschaft, welche er mit dem berühmten Hochlehrer lYIarc Antonio della Ton-g in Padua näher zu begründen suchte. Damals entbehrten sogar noch die Aerzte der streii en anatomischen Einsicht, und den Künst- lern fehlte sie fast gänzliäi. Leonardo zeichnete liir" diesen seinen Freund hlarcantoiiio um 1119!; die Theile. des menschlichen lior- pers, welche er bei seinen _Vurlesun_gen_ über Anatomie als Vorla- gen gebrauchte. Wahrscheinlich beabsichtigten beide auch ein Werk über Anatomie für Iiunstler. denn Leonardo spricht sich nicht nur in seinem Trattato della pittura, sondern auch in seinen Hand- schritten über die Unerlässlichkeit derselben aus. Einmal macht er jene Künstler lächerlich , welche sich einbilden grosse Zeichne;- zu 565-11, und dabei ihr Nacktes so steit und unschön bilden, dass man es eher fiir einen Nusssack oder Rubenbuiiilel, als für einen musculösen Menschenleib halten mochte. Ein Band mit 255 grm- sen anatomischen Zeichnungen auf blaues und gefärbtes Papier be- findet sich in der k. Handzeichnungssaminlung zu London, wg]- eher aus der Verlasscnschaft des Gi-afenlVlelzi durch verschiedene Hände in den Besitz des Königs von. England kein. _Diese Zeich" nungen kann Dr. Huuten in seinem Qursus anatomischer NRji-le- mm; 1734 nicht genugiruhinenr _es sind aber bei (ihainherlaine 11m3 zwei Tafeln gestochen, und eine neue kam 18.30 hinzu, An- dem sind von Gerli gestochen, wie wir weiter unten angeben. Zeichnungen dieser Art sind_ri_och viele vorhanden, so dass man annehmen kann, dass auch einige aus Leonardds Akademie stam- Ueber diesem berühmten Mann s. G. Cervcto, Di alcuni illu- stri anatomici italiani del decimo quinto secolo. Verona 1842, 8. Dagßildniss desselben, welches dem WVerkp bei- gegeben ist, ist nicht nach L. da Vinci, sondern 4151411 einer Medaille von Giulio della Torre. In der Alilhrusiüllu m sein in O01 gemaltes Bihlniss, welches des Läuuardu 1mm würdig ist. ( J