52 Vernet, Iloracc. mit dem Iiindc. Im Castel Madama zu Turin ist jetzt das grosse Bild des liünigs Carl Albert zu ,Pferd bei einer Revue. Im Jahre 1834 trat Ingres an seine Stelle als Direktor der Akademie in Rom, indem Vernet durch König Louis _Ph_ilipp eine weite und glänzende Bahn sich vorgezeichnet Sah. (llß llil? SClmn früher von seineme Bestimmungsort abgezogen hatte. Beim Ab- schiede von Rom bereiteten ihm die Iiiinstler ein Fest, von we]- chem nur wenige fern blieben, da der grosse Künstler nur eine Differenz in der Ansicht hervorgerufen, aber durch sein llebßns- würdiges und zuvorliomniendes Wesen jeden versöhnt hatte. El- begab sich jetzt nach Paris, und von da aus nach Afrika, um die Waflenthateii der {französischen Armee in grossen Bildern der Ge- schichte zu iiberliefern. Sein erstes Ziel war Boiia, welches 1352 eineenoinmeu wurde. Er nahm das Terrain auf, machte Studien, nach den Bewohnern des Landes, und unternahm zu diesem Zwecke selbst gefahrvolle Reisen in (las Innere. Das großse Bild der Ein- iialime von Bonn fiihrte Vernet in Versailles aus, wo von dieser Zeit an seine grossartigsten Schöpfungen entstanden. Das äenannte G.e_ niiilde wurde 1835 in der historischen Gallerie aufgestel t, und es er- regte bei der Ausstellung in Paris einen wahren Beiiallssturin der Menge, während die fahle Critik den Zahn anlegte. Inzivischen malte Vernet auch kleinere Bilder, welche als Erinnerungen seine, afrikanischen Reisen zu betrachten sind, und theils als Perlen der neuen französischen Schule gelten dürften. Ein Glaiilpuulit des Salon 1856 war seine Jagd in der Wüste Sahara am._28- Mai 135a In einer schauerlichen Gegend hetzen Hunde de" Wilthenden Eber. und die Jäger erscheinen zu Pferd in gewagten Stellungen. Der Vgp- wc ßßß Iiriegä- und Liebesaheutheurer Jussout-ßey feuert eine Pi_ stoie auf das hier ab in dem Momente, als das Plerd eines anderen Arabers sich zu überstürzen droht, Die Löwenjagd bildet das Qß genstiicli, welches die Industrie des Stecher-s begehrte. Auch Volks- sceiien malte er, worunter das Bild zu nennen ist, welches Araber vorstellt, die einem Märchenerzähler zuhören. Ein anderes Bild 'stellt ein beduinisehes Weib mit dem Piinde am Grabe des Manne, dar, wie sie im schreienden Schinerze die Haare sich rauft. seit hur, zem ein Bestandthei] ilerGallerie des Baron von Lotzbecliin VVeyei-n lJci Augsburg. Dieses kleine Gemälde kostetcÖOOüFr- Jetzt versuchte es der Künstler auch biblische Sceiieii in das ursprüngliche Gewand Elnllllilciden. Sein Tineclit Abrahams bei Ilebeeca am Brunnen ist ganz der Sohn der Wüste, wie ihn das Studinin des Orients gibt, Als Gegenstück malte er dann 18.35 die Begegnung Judas und der Thiimar, ganz genreartig aufgefasst, doch in so unbefangeneiiiSiiine, und so aiimuthigen _Liniei1 coinponirt, und in einer blühenden heiteren Färbung so geistreich behandelt, düSS (las Bild den unge- tlieiltesten Beifall fand, obgleich die Art und YYCiSß der Auffassung {äägßn alle hergebrachten Stylregeln und Traditionen biblischen Hlslißflßmnalerei siindiget. VernePs Bilder dieser Art sind nur See- nen des gesunden irischen Lebens der unmittelbaren Natur aus je. nein Lande, welches" sich aber so individuell ausspricht, dass diese Erzeugnisse ungleich erfreulicher sind, als die Ünnaiur, oder die süssliclie Frönimelei von so vielen Iiirchen- und Heiligenbildem, Im Jahre 1336 wurde die, historische Gallci-ie in Versailles wie- der mit drei grossen Schlaclitbildern bereichert, die sich an die Schlachten von Bouvines (izili), Fianteiioy, Valniy, Jeinappes und Eslingen ansclilosseii. Das eine dieser Gemälde ist aber nur eine Episode aus der Schlacht bei Jena ain 14. Oktober 1806. Es stellt den [iniser (lälP,'WiC er einem jungen Grenadir den Text liest,