Udine, Nlartino 209 land ist zwischen den Mördern am Kreuze erhoben, umgeben von weinenden Engeln, welche dessen Blut aulfangen. Die Seele des renigen Schiichers schwebt nach dem Himmel, während der Teufel dem andern die Seele aus dem Munde reisst. Um das Kreuz, und weiter hin auf Golgatha sieht man eine unzählige Menge von Fi- guren zu Fuss und zu Pferd. Am Iireuze ist Maria in Ohnmacht von Frauen unterstützt , und Magdalena umfasst den bluti- gen Stamm des Kreuzes. Das eine der Seitenbiltler stellt die Fusswaschung des Heilandes dar, und gegenüber sieht man den Heiland als Besieger des Todes in der Vurhölle. An der Decke des Chores sieht man Christus und die Evangelisten mit Bändern, auf welchen ihre Namen stehen. Zwischen reichen Ornamenten erscheinen die Iiirchenlehrer. Am grosseu Bogen, der das Chor vom Schiffe trennt, sind halbe Figuren von Heiligen, welche aber von anderer Hand herrühren. Rechts in den Lunetten stellte der Künstler die Versuchung des heil. Antonius, und diesen Heligen vor dem Leichnam des Ercmiten Paulus dar, so wie eine zweite Scene, wo die beiden Heiligen beim iWIahlc sitzen, welches ihnen der Rabe bereitet. In einer andern Lunette erscheint St. Anton. von Padua, welcher wunderbarer Weise durch das Kind die Unschuld der Mutter bestiittigen lässt. In der Vertiefung des Bogens malte Pel- legrino die Propheteniin halben Figuren, und an den Tragsteinen den heil. Geor mit der Innoccnza, und den Tobias mit dem En- gel. An der Vtämd des Schiffes über dem Bogen stellte der [iiinst- 1er die Verkündigung Mariä dar, und zu den Seiten in zwei von Caryatiden getragenen Bögen die Erscheinung der drei Könige. Die Caryatiden stellen Adam, Eva etc. dar. An der rechten Sei- tenwand sieht man St. Anton auf dem Throne, vor welchem 1neh- rere Personen in Andacht luiieeii, meistens Portraite. In den bei- den Nischen über (liesem Bilde sieht man die Heiligen Sebastian und Michael. Die Attika über ihnen ist mit gemalten Statuen und Basreliefs geziert. Diese Malereien gehören zu den interessante- sten Erzeugnissen der Kunst in Friaul. Besonders edel und gross- artig ist der thronende St. Anton auggefasst. Die Kreuzigung würde jedem italienischen [iüilstler zur _l_ire gereichen. Ausgezeichnet schön sind einige Figuren von Heiligen, welche in einfach gra- ziöser Haltung erscheinen. Im Ganzen befolgte Pellegrino noch das symmetrische Vcrfahrenüer fruhereil Meister. Unter dem Pro- pheten Daniel im Chore liest man: Peregrinus ymxit 1497. Im Jahre 1513 (lwaniago, Docum. XVIII.) wurden die Bilder fortge- setzt, wahrscheinlich im Schide, und 1522 wurde das Werk vol- lendet, wie wir durch Maniago l. c. 17g. urkundlich wissen. Der Künstler erhielt für das Ganze 460 Dukaten._ Dieses ist in den Büchern der Mönche notirt. In der liirche der Madonna di Strada zu San Daniello malte er 1505 eine Madonna mit dem Binde in Fresco, und zu den Seiten St. Joseph und den Täufer Johannes. Diese Bilder wurden von der Mauer genommen, und gingen zu Grunde. Ausser dem oben genannten Bilde des heil. Joseph findet man in Ucline auch noch andere Werke von Pellegriuo. Im Jahre 1512 (Mamagß, Doc. XIX.) erhielt er vom Rathe den Auftrag, das marmorne Denlnnal des Luogotenente Andrea Trivisano in der Loggia des lißentllchen Pallastes mit Bildern zu zieren, wofür ihm 2 Dukaten m Gold zugesichert. wurden. Er malte da die allegori- schen Geslalten der Religion und der Gerechtigkeit in Helldunlael. Am Fronten sieht man zwei Ruhmesgöttinnen. Die ersteren Figü- ren erscheinen im Iiniestück, und in würdiger Auffassung. Ilierauf (1519) musste er die Flügel der Orgel des Domes bemalen. Er Naglefs Künstler Lex. Bd. XIX. I4