116 Troost. Troostwijk , Johannes Wouter van. Troost heirathete in Düsseldorf die berühmte Malerin Jakobea van Nilskeln, imd liess sich nach dem Tode des Churfiirsten in Duisberg nieder. Er verweilte auch einige Zeit am Hofe der Prinzessin von Sulzbach in Essen, wo er ausser der Fürstin auch mehrere andere Standespersunen malte. Auch in Cleve hielt er sich auf, dann in Harlem und Amsterdam, wo der Künstler starb. R. Williams, A. Blouteling u. a. haben nach ihm gestochen, erste. rer das Bild eines Knaben, letzterer das Brustbild eines Lachen- den. Troost , Trost. auch Troostwnk, Wouter Johannes van, Zeichner und Maler, geb. zu Amsterdam 1782, äusserte schon in_ früher Jugend ent- schiedene Lust zur Kunst, und daher liessen ihm seine Eltern von Anton Andriessen regelmiissigen Unterricht im Zeichnen geben_ Jurian Andriessen machte ihn dann mit den Grundsätzen der Wla- lerei vertraut, und bald darauf betrat er die Akademie seiner Va- terstadt. Die erste Probe, welche er hier nach dem_ Modell ab- legte, fiel indessen so dürftig aus, dass seine Mitschüler darüber- lachten, Troostwijk ging aber mit unermüdelem Fletsse auf seinem VVege fort, und am Ende des Jahres trug er den ersten Preis da- von. Er verdankte überhaupt Alles sich selbst, und was er ge- leistet, ist das Resultat des genauesten Studiums der Natur und der grossen Meister, welche vor ihm lebten. Er war der Bewun_ derer Pottefs, du Jardnfs und van de Veldds; diesen Meistern und der schönenNatur eiferte er mit ganzer Seele nach. Er malte Landschaften mit Vieh, wie Potter, war aber mit seinen Arbeiten nie zufrieden, obgleich Kenner dieselben für vollkommen Crliliir- ten. Im Jahre 1807 ertheilte ihm die Gesellschaft wFelix Meritist; für eine Landschaft mit Vieh die goldene Medaille, aber Troost- wijk meinte, er sei noch weit vom wahren Ziele der Kunst eng- fernt, und habe seine viel vorziiglicheren Freunde beeinträchtigt, Er war überhaupt ein Mann von dem edelsten Charakter, der im Stande war, das Höchste zu opfern, was er besass: die Kunst, welche sein Himmel war. Als er die Stelle eines Vogtcs des Stadt. hauses in Amsterdam erhielt, äusserte er seinen Schmerz über den Verlust der schönen Morgen, die ihm der Dienst raube. Jede freie Stunde war aber der Kunst geweiht, und wenn er Wande- rungen unternahm, sah man ihn nie ohne Sltizzenbuch. Der Och- senmarkt in Amsterdam war eine ergiebige Quelle seines Studiums, sowie er auch auf keinem Viehmarkt der Umgegend fehlte. Gooi- land, Gel-derland und Drentsehe boten ihm Gegenden zu land- schaftlichen Studien. So lebte Troostwijk nur seiner Kunst, und er wäre bei längerem Leben sicher einem Potter und A. van de Velde gleichgel-tommen. Seine Werke verdienen ausgezeichnete Beachtung, und lassen den frühen Tod des Meisters beklageyh Die Gemälde sind nicht zahlreich, Zeichnun en finden sich aber viele. Sie stellen Ochsen, Kühe und andere Fhiere auf der Weide dar. Diese Blätter gehören zu den schönsten Erzeugnissen Je,- Zeit des Künstlers. Er starb 1810 in einem Alter von 28 Jahren, In demselben Jahre sah man auf der Kunstausstellung zu Amster- dain einige preiswürdige Bilder von ihm, und darunter die Stube des Künstlers, wie er selbst mit Malen beschäftiget ist. Dieses Bild fand viele Bewunderer, Gleiches Lob erhielt eine Landschaft mit Rindern und einem braunem Pferde bei Sonnenaufgang. Eine zsveile Landschaft ist mit Schafen, einem stehenden Esel und mit