Thim otheus. 491] in welcher die Malerei ihre Nachbliithe feierte. Damals malte man Gegenstände des höchsten tragischen Pathos, und solche waren auch die Bilder des Ajax und der Medea von Tiinomachos. Cäsar kaufte diese Gemälde um 80 Talente, wahrscheinlich in Iiyzikos, und weihte sie im 'I'empel der Venus Genitrix zu Boni, wo in- (lcss der Künstler nicht gelebt zu haben. scheint. Ajax war si- tzend vorgestellt. tief gekränkt und über seinem Zorne brütend. Philostratos, Apoll. Tyan. II. 10., beschreibt das Bild des zornigen Helden, und auch bei Ovidius, Tristia II. 525, ist darauf hinge- wiesen. Vergl. auch Welker, Rheinisches Museum III. 82. Erhal- tene Bilder desselben s. Tabula lliaca, und eine Paste bei Tisch- hein VII. b. Die Medea stellte der Künstler in dem Momente dar, wie sie den Tod ihrer Kinder beschlicsst. Dichter prieseu das lVerk, weil man darin jene Dccenz fand, welche die verab- schenungswiirdige That von den Augen des Bcschauers fern hielt. In der Anthol. graeca IV. 6-, 85- und 9., 156- sind Epigramme auf das Bild der Iiindsniörderin Medea, und das letztere ahmte auch Ausonius 22 nach. Das Gemälde des Timomaehos war in Encaustik ausgeführt, aber nicht ganz vollendet. Nach den Epi- gramnicn wird die Meclea in einer I-Ierculanischen Figur erkannt, Autich. di Erculanu I. 15-; dann in einem Ponipejanisehen Ge- miilvle. lYIus. Borbon. V. 33, und in Geinmen, Lippert, Supp. I. 95. Vgl. auch lYIus. Florent. I. 34. 5. Dann malte Tiniumachos nach dem Zeugnisse des Plinins auch noch zwei andere Bilder aus der Tragödie, Orestcs und Iphigenia in Tauris. Auf die Iphige- nia bezieht sich ein Epigrainni, Anthol. graeea IV. 128- Ueber antike Darstellungen dieser tragischen Scenen s. O Müller, Hand- buch S. 602. Dann muss sich auch ein meisterhaftes Bild der Gorgo von ihm gefunden haben, denn Plinius sagt: Praecipue tamen ars ei favisse in Gorgone visa est. In der Wiener Zeitschrift für Kunst und Literatur 1824 Nr. 91 machte ein Herr Iiandler die Anzeige, dass ein antikes Gemälde aufgefunden werden sei, welches von Tixnomachos herrühren dürfte. Es stellt die Cleopatra vor, welche aber unser Künstler sicher nie berührt hat. Timotheus, Bildhauer und Erzgiesser, erscheint als Kunstgenosse des Praxiteles, Scopas , Leocliares und Briaxis, die zusammen die neuere Schule von Athen liildeten, die daselbst um Ol. 105 blüllite. Sie verzierten das Grabma des Mausolus, des Gemahles der ia- rischcil Königin Artemisia. Den Timoiheos setzt Plinius 56. 8- 4- i?) dilelfieihe derdgenannten;Iiiinlsltlelli, YrXFUVIäS {Pfeil 1:1 7.)N;agt e en'a s, er wer e von eini en e1 er ussc muc iing es 911- soleums genannt, er selbst sgellt aber an seine Stelle den Prexite- les. Die Angaben sind also sehwankend. Nur gewinnen wir iur ihn einen festen Zeitpunkt. Mausolus starb Ol. 106i 2 oder 5, und vier Jahre nach Alexander des _Grossen Tod begann die Arbeit am Denkinale des Mausolus. Im Tempel des Apollo zu Rom war von diesem Künstler eine Statue der Diana, an welcher Au- lanius Euandros später (U. C. 710 724) eine Aenderung QII! Iriopfe vernahm. Von der Statuengruppc in diesem Tempel schreibt Properz II. 51, 15.: Inter matrein (von Praxiteles) deus. ipse in- terqiie (vcän Tiinotheus) Pythius (von Scopas) m longa- earniin sona . Pansanias sagt ferner, dass in Trözene eine Stgtue des Askle- P10; sei , welche von Timotlieos herrülire, die Trozenierahielten sie aber für das Bild des I-lippolytos, des Sohnes von Theseus.