Tiebel , Friedr. Tieck , Christ. Friedr. 463 sich wieder in lforwfzgen. Tidcman malt historische Bilder, und Genrestücke. Fur dxe Düsseldorfer Mouatshckfe, redigirt von L. Classen, Dusseldorf 1847, lieferte er mit anderen Illustationexl. Tiebel, Frledrlch, Maler von Dresden, war der Sohn eines Malers, worunter vielleicht der von Fiissly erwähnte Chri- stian Friedrich (gest. 1763). oder Joh. Christoph Tiebel (gest. 1755) zu verstehen ist. Er widmete SlCh unter Joseph Beos der Land- schaftsmalerei, malte aber nur in Guuaehe. Diese Bilder fanden vielen Beifall und wurden in Sammlungen aufbewahrt. Sie sin-l mit Figuren und Thieren staffirt, und in grussenx Fprmate. Die- ser Künstler starb um 1794 als Vorsteher der Malerei in der Por- zellanmanufahtur zu Meissen. An dieser Anstalt war sein Sohn Blumenmaler, leistete aber nichts Bedeutendes. Er arbeitete noch. um 1815. Einige seiner Zeichnunäen Wurden gestochen. Zwei Ansichten des Scionergrundes bei Dresden, gest. von Scheibner, qu. fol. Zwei Gebirgslanclsehaften von G. W. Weise in J. G. Wagnerä Manier raclirt und gest. 1777, 1778, qu. ful. Alle diese Blätter haben Statfage von Figuren und Thiereil, und sind beachtenswerth. Tieberghien , Tiberghien. Tieelt, Christian Ffledflßll, Bildhauer und Professor an der Alia- deinie in Berlin, wurde 1776 daselbst geboren, und nach dem Wil- len seines Vaters dem Bildhauer Heinrich Bettkober auf sechs Jahre in die Lehre gegeben. Tieck hatte schon als Iinabe verschiedene artistische Versuche gemacht, welche Liebe und Talent zur lillnsl; verriethen, nur war es nicht Bettliober, der in seinem llalHlWOPliS- iniissigcn Streben einen Iiiinstler heranbilden konnte. Er erhielt daher unter diesem nur einige Uebung im Formen und in der mechnanisehen Bearbeitung des Gesteins. Ueberdiess legte er ihm. französische liupferstiche zum Nachzeichnen vor, und alles war gcthan, wenn der Zögling auch noch nach Gypsabgiissen gezeich- net hatte. Von wissenschaftlicher Bildung war bei Bettkober keine Rede, und er wollte auch nicht leiden, dass Tieck an Sonntagen sich mit der Lcetüre beschäftigte, welche nach seiner Ansicht wohl ei- nem Gelehrten, aber keinem Künstler anstehe. Tiecli las daher meist des Nachts, wofür ihn zum Verdruss des Meisters am Tage der Schlaf mahnte. Durch diese Bemühungen verschaffte er sich aber Kenntnisse in der Geschichte, so wie in dem was er zur Theorie für nuthwendig fand, und so stand Tieck bei seinem noch immerhin geringen Wissen dem Bettliober und seinen anderen Schülern ge- genüber als Gelehrter da. Seine Kunstanschauung erweiterte auch die Iiupferstichsammlung des Lehrherrn. Cuncgoß Blätter nach den Dcekengemiilden der Sixtina, und Dorignyß Iireuzabnehniung nach Daniel da Volterra machten einen Eindruck auf ihn, der ihn weit über das Iileinliche seiner Umgebung erhob. In seinem fünf- zehnten Jahre fing er an auf der Akademie nach der Natur zu modelliren, und von dieser Zeit an kann man Schadow als sei- nen eigentlichen Lehrer betrachten, welcher ihm eine besondere Aufmerksamkeit bewies. Durch das Studium der Natur lernte er jetzt auch die Antike sehen, und bekam einen Begriff von der Ana- toinie und deren Nutzen. Er blieb aber bis in sein neunzehnmg Jahr in der VVerkstütte Bettkobcfs, wo ihn seine beiden lVllitschii- ler gleichsam als ihren Lehrer ansahen, und der Meister selbst